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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2017
Was heißt Auferstehung?
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth und der Theologin Margareta Gruber
Der Inhalt:

Kettenbriefe und Gewaltvideos

von Barbara Tambour vom 09.04.2017
Fast jede Klasse einer weiterführenden Schule hat einen WhatsApp-Klassenchat. Per Smartphone schicken sich die Schüler darüber Nachrichten, beleidigen Lehrer – und finden wenig Schlaf
So sieht es manchmal in Chats bei WhatsApp aus: Wenn falsche Behauptungen oder Beleidigungen über einen Menschen in sozialen Netzwerken, bei Messengern wie WhatsApp und anderen Online-Diensten verbreitet werden, sprechen Fachleute von Cybermobbing. (Foto: pa/dpa/Julian Stratenschulte)
So sieht es manchmal in Chats bei WhatsApp aus: Wenn falsche Behauptungen oder Beleidigungen über einen Menschen in sozialen Netzwerken, bei Messengern wie WhatsApp und anderen Online-Diensten verbreitet werden, sprechen Fachleute von Cybermobbing. (Foto: pa/dpa/Julian Stratenschulte)

Was machen Schüler und Schülerinnen, wenn sie nach Unterrichtsende das Schulgelände verlassen? Viele greifen als Erstes nach ihrem Smartphone. Schauen, ob die Eltern eine Nachricht geschickt haben – und schreiben schnell einen Kommentar im WhatsApp-Klassenchat über Lehrer und Mitschüler.

Über WhatsApp können Textnachrichten, Fotos, Filme und Sprachnachrichten verschickt werden, unentgeltlich, zwischen zwei Personen und innerhalb von Gruppen. Weil viele Kinder schon in der fünften Klasse ein Smartphone besitzen, verfügt fast jede Klasse einer weiterführenden Schule über eine WhatsApp-Klassengruppe. Sie wird genutzt, um nach den Hausaufgaben zu fragen oder zu verabreden, mit welchem Bus zum Schulschwimmen gefahren wird. Und zu vielem mehr.

Weil sich die Schüler unbeobachtet fühlen, entgleist die Wortwahl schnell. Ein Lehrer, der am Vormittag zwei Schülern eines Frankfurter Gymnasiums eine Strafarbeit aufgebrummt hatte, wurde am Nachmittag im Klassenchat als »Wichser« und »Arschloch« bezeichnet. »Als ich das im Klassenchat meines Sohnes sah, habe ich diesen Chat auf seinem Smartphone sofort gelöscht«, berichtet die Mutter eines Sechstklässlers.

»Es wird schnell bösartig«

Im Unterschied zu vielen anderen Eltern behielt sie die Aktivitäten ihres Sohnes und seiner Schulklasse auf WhatsApp im Blick: »zu seinem Schutz«, wie sie sagt. Dabei stellte sie fest: Es wird nicht nur auf Lehrer geschimpft. Konflikte unter Klassenkameraden finden ihre Fortsetzung per Smartphone nach Unterrichtsende. Mitschüler werden aus dem Klassenchat hinausgeworfen, Jungs ziehen über das Aussehen von Mädchen her. »Es wird schnell bösartig«, schilder

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