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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2019
Sind wir noch zu retten?
Was in der Klimakrise hoffen lässt
Der Inhalt:

Die Amazonassynode: Wie Papst Franziskus die Kirche umbauen will

von Thomas Seiterich vom 25.10.2019
Politische Anklagen, beeindruckende Hearings, konservative Empörung, indigene Ritenund vatikanischer Sexismus. Beobachtungen von der Amazonas-Synode in Rom
Politische Anklagen, beeindruckende Hearings, konservative Empörung, indigene Ritenund ein neuer Katakombenpakt. Beobachtungen aus RomEin Kanu für den Vatikan: Indigene tragen ein Boot in die Aula der Amazonassynode. (pa/ap/Alessandra Tarantino)
Politische Anklagen, beeindruckende Hearings, konservative Empörung, indigene Ritenund ein neuer Katakombenpakt. Beobachtungen aus RomEin Kanu für den Vatikan: Indigene tragen ein Boot in die Aula der Amazonassynode. (pa/ap/Alessandra Tarantino)

Die Amazonas-Synode steht innerkirchlich schwer im Feuer. Die Erwartungen auf die – zumindest regionale – Überwindung des Zwangszölibats für katholische Priester sind groß. Das wissen auch die Konservativen, die jegliche Veränderungen im System unter allen Umständen vermeiden wollen. Parallel zum Eröffnungsgottesdienst im Petersdom laden die konservativen Papstgegner um Kardinal Raymond Leo Burke öffentlich zu »Gebetskreuzzug«, Gegenkongress und Gegengebet bei der berüchtigten, internationalen Vereinigung Tradition, Familie, Privateigentum (TFP).

In Rom steht somit Gebet gegen Gebet. In der Synode selbst findet dieser Konflikt keinen Raum. Denn die ausgewählten Synodenbischöfe, viele aus Südamerika, stehen voll hinter den Positionen von Papst Franziskus. Der hat bereits zu Beginn deutlich gemacht, dass er Veränderungen will: Alle sollten sich »in Feinfühligkeit für die Neuheit des Geistes entscheiden«. Wenn alles so bleibe wie bisher, werde die eigentliche Berufung der Kirche »unter der Asche der Ängste und der Sorge erstickt, den Status quo zu verteidigen«.

Obwohl die dreiwöchige Versammlung nicht vor Ort in Lateinamerika stattfindet, wo Öko-Verteidiger ermordet und Urwälder abgebrannt werden, sind erstaunlich viele Indigene nach Rom gekommen. Rom schreckt sie nicht, im Gegenteil. Gleich zu Beginn haben sie ein Kanu in den Synodensaal getragen. Sie setzen ihre Zeichen und lassen sich auch von der höfisch-klerikalen Kultur nicht einschüchtern. »Eine so wertvolle Chance wie die Amazonas-Synode hatten wir noch nie, denn Papst Franziskus eröffnet uns eine große Bühne, um der Welt über unseren Überlebenskampf zu berichten und um Solidarität zu werben«, sagt Jessica Patiachi Tay

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