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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2016
Gott suchen in Auschwitz?
Eine Begegnung mit Überlebenden
Der Inhalt:

Rechtsextremismus und Sonntagsreden

von Bettina Röder vom 16.03.2016
In Sachsen gibt es so viele Anfeindungen von Flüchtlingen wie in kaum einem anderen Bundesland. Was ist dort los?, fragt sich die Republik. Brandenburg zeigt, wie es besser geht

Wir hatten den Kanal gestrichen voll«, sagt Sebastian Reißig. Damit meint der 38-Jährige die rechtsextremen Vorfälle in Sachsen. Für den gelernten Maler und Lackierer Grund genug, mit drei Freunden die Aktion Zivilcourage in Pirna ins Leben zu rufen. Das war 1998. Inzwischen ist der Verein der größte Anbieter von jugendkulturellen Veranstaltungen im gesamten Landkreis Sächsische Schweiz. Und damit eine starke zivilgesellschaftliche Kraft gegen rechts. Erledigt aber hat sich nichts. Im Gegenteil: Die Aktion Zivilcourage ist wichtiger denn je und für viele hier der letzte Strohhalm.

So war das auch bei den Ausschreitungen gegen die Flüchtlingsunterkunft im nahe gelegenen Heidenau. »Wir haben gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz einen Helferaufruf für die Flüchtlinge gestartet«, sagt Reißig. Und war erstaunt: Gut eintausend Menschen haben sich in kurzer Zeit gemeldet. »Bis heute stehen Schüler, Angestellte, Arbeiter, Rentner vor seiner Tür und fragen, was sie tun können«, sagt er. Für ihn ist das ein Beleg dafür, wie sehr das Thema die Gesellschaft spaltet. In Sachsen, wo offene Anfeindungen von Flüchtlingen wie kaum in einem anderen Bundesland an der Tagesordnung sind, umso mehr. Reißig wünscht sich darum, »dass unsere Arbeit endlich Garantie für Kontinuität bekommt«. Dieses »Hangeln von einem Projekt zum anderen« binde unnötig Kräfte.

»Fehleinschätzungen und Ignoranz«

Was er anspricht, ist bundesweit ein Problem: die langfristige Sicherung von Initiativen, die die Zivilgesellschaft stärken. In Sachsen ist das besonders gravierend. »Da wurde leider so ziemlich alles verschlafen, was Rassismus hätte zurückdrängen k

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