Aktionäre jubeln, Arbeiter springen in den Tod
Apple hat es geschafft: Der US-Konzern ist die erste Aktiengesellschaft mit einem Börsenwert von 1000 Milliarden Dollar, also ein Billionen-Konzern. Klar ist, dass Apple tolle Produkte und einen guten Service bietet, ich arbeite auch damit. Andererseits sagt der Glanz des »Apfels« viel über die bedrohliche Entwicklung des globalen Kapitalismus. Denn Gerechtigkeit und Demokratie kümmern die Herren von Apple nicht. Ihnen geht es nur um den eigenen Reichtum
Der hohe Preis für den Apfel
Denn es glaube niemand, dass der Billionenerfolg in erster Linie auf die tollen Produkte zurückzuführen ist. Apple beherrscht auch andere Geschäftsmethoden perfekt: zum Beispiel die Senkung der Kosten durch eine perfekte Nutzung der globalen Arbeitsteilung. So hat der US-Konzern ein weltumspannendes Netz von Produzenten und Zulieferern aufgebaut. Dabei nutzen die Herren des »Apfels« Armut und Ausbeutung konsequent für ihre Zwecke. Es ist erst wenige Monate her, dass die chinesische Umweltgruppe Green Choice schwere Anschuldigungen gegen Apple-Zulieferer in China erhob. Die Arbeitsbedingungen seien menschenunwürdig, die Löhne niedrig. Es gibt Kinderarbeit und Selbstmorde. Am 7. Januar zum Beispiel sprang die 25-jährige Ingenieurin Wang Ling in den Tod, weil sie die Arbeitsbedingungen nicht mehr ertragen konnte. Inzwischen hat der Konzern Psychologen beauftragt, suizidgefährdete Arbeitnehmer zu ermitteln. Es sind die Arbeiter/innen in Asien, die einen hohen Preis für den Billionenerfolg von Apple zahlen.
Ein Geschenk von Donald Trump
Aber nicht nur sie: Auch die Regierungen bekommen die Perfektion des Konzerns zu spüren, wenn es darum geht, Kosten zu senken. Die Konzernherren sind wahre Meister darin, die Finanzminister unterschiedlicher Länder so gegeneinander auszuspielen, dass Apple möglichst wenig Steuern bezahlt, auch und gerade in Europa.
Natürlich nutzt der Konzern nur die Lücken, die egoistische Regierungen in ihrer Steuergesetzen hinterlassen. Aber dies tut er perfekt. Und im kommenden Jahr wird Apple besonders wenig Steuern entrichten, weil Donald Trump den US-Konzernen ein besonderes Geschenk gemacht hat: Wenn sie ihre Gewinne in die USA zurücküberweisen, dann fallen besonders geringe Steuern an. Apple will deshalb 275 Milliarden Dollar von Europa und Asien in die USA schaffen.
Buckeln gegenüber Peking
Während US-Giganten wie Apple die Steuergesetze von Regierungen gerne umgehen, haben sie keine Probleme, sich Zensur-Gesetzen bestimmter Staaten zu unterwerfen, wenn es dem Unternehmenserfolg dient. Im Januar dieses Jahres tilgte Apple plötzlich die App der New York Times in China. Die Konzernführung gab selbst zu, dass dies auf Geheiß der Parteiführung in Peking erfolgte. Längst ist der chinesische Markt für den »Apfel« so wichtig, dass er in China alle Anti-Zensur-Programme aus seinen App-Angeboten gelöscht hat. Ebenso wie andere Technologie-Riesen, die sich sonst gerne als Vorreiter der digitalen Demokratie preisen, fügt sich auch Apple den diktatorischen Gesetzen Chinas. Konkurrent Alphabet (Google) wird inzwischen verdächtigt, in China eine zensierte Suchmaschine zu installieren.
Der Billionen-Erfolg von Apple ist teuer erkauft: durch die Ausbeutung von Arbeitern, durch das Umgehen von Steuergesetzen bei gleichzeitiger Unterwerfung unter die Gesetze von Diktaturen. Wenn Apple Vorbote einer zukünftigen, modernen Weltwirtschaft sein soll, dann handelt es dabei um einen sozial zerstörerischen, totalitären Kapitalismus.
