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Das Kapitalismus-Tabu

von Wolfgang Kessler 07.05.2019
Kevin Kühnert hat den Kapitalismus kritisiert. Nun entlarvt die panische Reaktion vieler Politiker und Gewerkschafter sie als Marionetten eines Systems, das Mensch, Demokratie und Natur bedroht. Es muss tiefgreifend verändert werden. Kesslers Kolumne
Kevin, ganz links im Bild: Beim Europawahl-Auftakt der SPD am 3. Mai vor dem Staatstheater in Saarbrücken legte die Aufstellung (un)freiwllig die  Lage der Partei offen. Der Juso-Chef hatte im Vorfeld für massive Unruhe gesorgt. (Foto: pa/BeckerBredel)
Kevin, ganz links im Bild: Beim Europawahl-Auftakt der SPD am 3. Mai vor dem Staatstheater in Saarbrücken legte die Aufstellung (un)freiwllig die Lage der Partei offen. Der Juso-Chef hatte im Vorfeld für massive Unruhe gesorgt. (Foto: pa/BeckerBredel)

Zugegeben: Kevin Kühnert hat seiner Kritik einen Bärendienst erwiesen, als er von »Kollektivierung« oder »Verstaatlichung« sprach. Diese Begriffe erinnern allzu sehr an den früheren Ost-Sozialismus. Dennoch hat er mit seiner Kritik an der Entwicklung des Kapitalismus ins Schwarze getroffen. Und vor allem jene in Politik und Wirtschaft aufgescheucht, denen der Gehorsam gegenüber den Mächtigen dieses Systems alles, das Gemeinwohl aber wenig bedeutet.

Politiker, Betriebsräte: Konzerne hui, Gemeinwohl pfui

Da sind zum Beispiel die CSU-Granden Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer. Die beiden Verkehrsminister – der eine früher, der andere heute – nennen Kühnert einen »realitätsfernen Fantasten«. Klar, ihre »fantastische« Realpolitik sah und sieht so aus, dass sie die Interessen der Automobil-Konzerne eins zu eins in