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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2020
Der Statthalter
Die Macht des Rainer Maria Woelki
Der Inhalt:

Zur Hölle mit uns!

von Anne Strotmann vom 12.10.2020
Der Zustände in Moria und die Ertrinkenden im Mittelmeer müssten eigentlich nur einen menschlichen Impuls auslösen: helfen. Doch wie lange ist das noch Konsens im »christlichen Abendland«? Ein Kommentar
(Zeichnung: Sakurai)
(Zeichnung: Sakurai)

Von der Hölle zu sprechen ist theologisch nicht mehr opportun – aus guten Gründen. Es ist gut, dass die Kirche keine Macht mehr hat, Gläubige zu einem bestimmten moralischen Verhalten zu nötigen. Angesichts der Bilder von Moria und der Ausflüchte mancher Politiker, die sich christlich nennen, kann man sich allerdings wünschen, die Hölle hätte noch ihre Wirkungskraft. Jesus ist in seiner Rede vom Weltgericht im Matthäusevangelium ja sehr deutlich: »Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen... «

Wahrscheinlich glauben die meisten Christinnen und Christen nicht mehr daran, sich am Ende der Zeiten verantworten zu müssen. Oder denken, sie gehörten zu den Guten. Immerhin ist Deutschland bereit, ein paar Tausend Menschen aufzunehmen. Am liebsten Kinder, nicht so gerne junge Männer – wer weiß, um wen es sich dabei handelt. Haben sie am Ende gar das Lager angezündet? Jesus jedenfalls hat für Notleidende keine Background-Checks angeordnet. Eine Unterscheidung zwischen rettungswürdigen Menschen und den anderen gibt es im Christentum nicht. Es ist ganz einfach: »Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.«

Die Bilder aus Moria haben viele erschüttert: Menschen, die vor dem Feuer fliehen und gleichzeitig mit Tränengas beschossen werden. Schreiende Kinder, Familien, die im Dreck schlafen. Es sind »nur« Bilder. Aber sie fordern auf, die »Rationalisierungen für massenhaftes Leiden« kritisch zu prüfen, wie die US-amerikanische Essayi

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Matthias Copray
12.10.202007:44
Danke für diesen Kommentar!