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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2020
Der Statthalter
Die Macht des Rainer Maria Woelki
Der Inhalt:

Wie wichtig sind Freunde?

von Ulrike Scheffer vom 18.10.2020
Nachgefragt: Der Journalist Jo Schück schlägt ein »Ministerium für Freundschaft« vor. Er sagt: Freundschaft läuft der Liebe den Rang ab. Wie meint er das?
Wert der Freundschaft (Foto: Moritz Künster)
Wert der Freundschaft (Foto: Moritz Künster)

Publik-Forum: Herr Schück, Sie sagen, Freundschaft sei wichtiger als Liebe. Wie kommen Sie darauf?

Jo Schück: Wir haben die Kernfamilie mit dem Nukleus der Ehe viel zu lange wie eine Monstranz vor uns hergetragen. Dabei hat die Ehe sich nicht als sehr beständige Lebensform erwiesen. Freundschaften sind viel langlebiger. Das liegt auch daran, dass Freundschaften auf Netzwerken basieren. Eine Ehe dagegen hängt an nur einem Faden. Wenn der reißt, ist es aus. Deshalb meine ich, dass Freundschaft, auch angesichts einer unsicheren Zukunft, die wichtigere Beziehungsform ist.

Ist das eine Generationenfrage? Scheuen junge Leute feste Bindungen?

Schück: Für diese These gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Ich möchte die Liebesbeziehung auch nicht gegen die Freundschaft ausspielen. Das sind keine Gegensätze. Mein Punkt ist, dass die gesellschaftliche Bedeutung der Freundschaft nicht genug gewürdigt wird. Besonders für die ältere Generation wäre das wichtig. Unter Älteren gibt es immer mehr Singles. Für diese Menschen haben Freundschaften eine große Bedeutung, denn ohne Freunde und Freundinnen könnten sie vereinsamen.

Sie schlugen vor, ein Ministerium für Freundschaft einzurichten. Was bringt das?

Schück: Der Staat sollte Rahmenbedingungen schaffen, die freundschaftliche Netzwerke stärken. Bestes Beispiel ist die Pflege. Wenn immer mehr Menschen allein alt werden und es nicht genügend Pflegeeinrichtungen gibt, dann sind Freunde die Einzigen, die einspringen können. Soziologen sprechen schon von der Freundschaft als dritter Säule der Pflege. Dafür brauch

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