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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2020
Zukünfte gesucht!
Wohin sich Politik, Kirchen und Gesellschaft entwickeln werden
Der Inhalt:

Russlands Greta

von Eva-Maria Lerch vom 06.02.2020
Aufgefallen: Arshak Makichyan protestiert in Moskau gegen den Klimawandel. Und landet gleich im Gefängnis. Doch die Fridays-Bewegung wächst auch hier
Bedrohter Demonstrant: Arshak Makichyan auf dem Puschkin-Platz in Moskau (Foto: Anna Antanaytite/Greenpeace)
Bedrohter Demonstrant: Arshak Makichyan auf dem Puschkin-Platz in Moskau (Foto: Anna Antanaytite/Greenpeace)

Jeden Freitag steht ein junger Mann mit einem Plakat auf dem Moskauer Puschkin-Platz. Darauf hat er in großen kyrillischen Lettern eine Botschaft geschrieben, von der die meisten Russen bisher noch nichts gehört haben: »Es gibt eine Erderwärmung, aber die Medien berichten nicht darüber!«

Der junge Mann heißt Arshak Makichyan, er ist 25 Jahre alt und hat gerade sein Musikstudium am Moskauer Konservatorium im Fach Violine abgeschlossen. Den Beruf als Geiger aber hat er erst einmal an den Nagel gehängt – weil er eine russische Fridays-for-Future-Bewegung anstoßen will. In dem riesigen, autoritär regierten Land ist das sehr viel schwieriger als anderswo – und weit gefährlicher: Der Klimaaktivist hat bereits sechs Tage wegen »Teilnahme an einer nicht genehmigten Aktion« im Gefängnis verbracht. Und trotzdem steht er schon eine Woche später wieder auf dem Puschkin-Platz. Bis vor einem Jahr hat sich Arshak Makichyan kaum für Umwelt und Politik interessiert. Als gebürtiger Armenier hat sich der introvertierte Musiker mit den dunklen Locken in Moskau ohnehin »eher fremd und als Außenseiter gefühlt«. Und wie die meisten Bewohner des Landes hatte er von der drohenden Klimakatastrophe noch nie etwas gehört. Präsident Wladimir Putin leugnet den menschengemachten Klimawandel offenbar aus Angst um die Einnahmequellen durch den Export von Öl und Gas. Und die Staatsmedien berichten einfach nicht darüber.

Eine Twitter-Meldung von Greenpeace im Januar 2019 aber hat den Studenten aufgerüttelt. Weil es kaum Informationen auf Russisch gab, klickte er sich durchs Internet und las englischsprachige Artikel über den Klimawandel und die Aktionen von Fridays for Future: »Mic

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