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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2020
Gott der Gegenwart
Was Christen heute zu sagen haben
Der Inhalt:

Ottmar Edenhofer erhält Deutschen Umweltpreis

von Viola Rüdele vom 12.09.2020
Aufgefallen: Der Klima-Ökonom Ottmar Edenhofer kämpft seit Jahre unermüdlich für einen CO2-Preis. Um bei Verhandlungen nicht die Ruhe zu verlieren, meditiert der ehemalige Jesuit.
Ottmar Edenhofer, Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, ist der diesjährige Preisträger des Deutschen Umweltpreises (Foto: Plambeck/laif)
Ottmar Edenhofer, Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, ist der diesjährige Preisträger des Deutschen Umweltpreises (Foto: Plambeck/laif)

Wie eng Ökonomie und Ökologie zusammenhängen, das hat Ottmar Edenhofer schon als kleiner Junge gelernt. Ein Schlachtbetrieb verunreinigte mit seinen Abfällen den Fluss in seinem Heimatdorf Gangkofen in Niederbayern. Edenhofer protestierte dagegen mit Pamphleten – doch die Umweltverschmutzung hörte erst auf, als dem Betrieb das Geld ausging. Seitdem ist er überzeugt: Klimaschutz funktioniert am besten mit ökonomischen Mitteln. Heute plädiert der Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung für einen festen CO2-Preis.

Zunächst studierte Edenhofer Volkswirtschaftslehre in München. Doch nach dem Studium blieben Fragen offen. Mit 26 Jahren trat der gläubige Katholik in den Jesuitenorden ein und studierte Philosophie. Als Jesuit kümmerte er sich um die Opfer des Bosnienkrieges. Diese Erlebnisse prägten ihn nachhaltig. »Das hat mir gezeigt, wie dünn der zivilisatorische Firn ist und wie schnell Zivilisationen zusammenbrechen können«, sagt er.

Die Erkenntnis führt Edenhofer zurück zum Klimaschutz: Er will gewaltsamen Konflikten um knapper werdende Ressourcen vorbeugen. Der Niederbayer tritt aus dem Orden aus, promoviert mit Bestnote und wird 2008 Professor für Ökonomie des Klimawandels in Berlin.

In zahllosen Vorträgen klärt Edenhofer ruhig und sachlich über die drohenden Folgen des Klimawandels auf. Unermüdlich spricht er von der Menge an CO2, die die Menschheit maximal noch ausstoßen darf, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Dank seiner unideologischen Herangehensweise wird der 59-Jährige von Umweltverbänden gleichermaßen geschätzt wie von Industrieverbänden. Edenhofer berät die Kanzlerin, die Weltbank, Fridays for Future und den Papst. Der ehem

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