Wir sind Kirche
Leidenschaft, die Leiden schafft

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Aufstehen und Handeln! Vor 30 Jahren, nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen den Wiener Kardinal Hans Hermann Groer im Sommer 1995, ging eine Welle der Empörung durch Österreich, die sich bald auch in Deutschland ausbreitete. Katholikinnen und Katholiken, die die zunehmend restaurative Kirchenpolitik mitsamt den entsprechenden Bischofsernennungen unter Papst Johannes Paul II. mit Ärger und Besorgnis verfolgten, konnten und wollten nicht länger schweigen. An Kirchenportalen wurde für die Unterschrift zu einem »Kirchenvolksbegehren« geworben. Gefordert wurde mehr Geschwisterlichkeit, Frauengerechtigkeit, die Aufhebung des Pflichtzölibats, eine positiv formulierte Sexualmoral und ganz grundsätzlich: die Verkündigung des Evangeliums als Froh- und nicht als Drohbotschaft.
Belächelt von




Herbert Kaefer 19.12.2025:
Publik-Forum berichtet über einen Vortrag von Professor Norbert Mette zum 30. Jahrestag der Kirchenvolksbewegung. Er sagt, heute würden sich nur wenige junge Leute für die Kirche und ihre Erneuerung interessieren. Er regt an, mit sozialen Bewegungen zu kooperieren und sich nicht von innerkirchlichen Problemen in Beschlag nehmen zu lassen, die im Vergleich zu den Problemen der Welt klein seien. Das ist zwar richtig, und erfreulicherweise engagieren sich Christinnen und Christen etwa für Migrantinnen und Migranten oder für den Schutz der Schöpfung – Papst Franziskus hat es vorgemacht –, aber dadurch wird eine Erneuerung der Organisation Kirche im Sinne der Themen der Kirchenvolksbewegung nicht überflüssig, im Gegenteil. Ihre Erneuerung nach dem Maßstab der Evangelien ist zentral eine Frage ihrer Glaubwürdigkeit. Eine hierarchische Kirche, in der letztlich nur geweihte Männer entscheiden, ist meines Erachtens mit heutigen sozialen Bewegungen nicht kompatibel. Für ihren hartnäckigen Kampf für eine Erneuerung trotz vieler Frustrationen danke ich der Kirchenvolksbewegung.