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Publik-Forum, Heft 11/2018
Schluss jetzt!
Chile-Skandal: Überwindet der Papst die Restauration?
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Schluss jetzt!

von Michael Schrom vom 08.06.2018
Der Missbrauchsskandal in der chilenischen katholischen Kirche zwingt die Kirche weltweit zu neuem Denken. Papst Franziskus spielt dabei eine entscheidende Rolle. Überwindet er die Restauration? Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Wie geht es weiter mit der katholischen Kirche? Spaltung, Reform oder weiter wie bisher? Der aktuelle Streit um die Kommunion ziegt, welche Macht die Kräfte der Restauration haben. Der Umgang des Papstes mit dem Chile-Skandal könnte in eine andere Richtung weisen (Foto: pa/Spaziani)
Wie geht es weiter mit der katholischen Kirche? Spaltung, Reform oder weiter wie bisher? Der aktuelle Streit um die Kommunion ziegt, welche Macht die Kräfte der Restauration haben. Der Umgang des Papstes mit dem Chile-Skandal könnte in eine andere Richtung weisen (Foto: pa/Spaziani)

Gut möglich, dass sich Kirchenhistoriker später einmal an das Jahr 2018 erinnern werden, an die Reise von Papst Franziskus nach Chile. Vielleicht wird man diese verunglückte Pastoralreise sogar als Initialzündung für eine Kirchenreform deuten, so ähnlich wie die Reaktorkatastrophe von Fukushima einer neuen Energiepolitik in Deutschland zum Durchbruch verhalf. Noch ist es nicht so weit. Aber es könnte so kommen. Zeichen, die solche Zeitenwenden gewöhnlich ankündigen, sind jedenfalls da: Es mehren sich dramatische Appelle, einstige Entscheidungsträger verlieren an Macht. Eine neue Sprache schafft sich Raum. Unvorhergesehene Ereignisse verselbstständigen sich und gewinnen eine neue Dynamik mit unabsehbaren Folgen. Der Missbrauchsskandal zwingt die Kirche zu neuem Denken. Weltweit. Nun hat die komplette chilenische Bischofskonferenz dem Papst ihren Rücktritt angeboten. Wie kam es dazu?

Der Fehler des Papstes in Chile

Im Januar unterlief Papst Franziskus, normalerweise mit einem sicheren Instinkt für das rechte Wort zur rechten Zeit ausgestattet, in Chile ein Fehler, der nicht nur seine Glaubwürdigkeit bedrohte, sondern auch die Schwäche seiner Amtsführung offensichtlich machte. In einem Wutausbruch verteidigte er Juan Barros, den er selbst 2015 zum Bischof von Osorno im Süden Chiles ernannt hatte. Barros, so der Vorwurf, sei bei Missbrauchshandlungen des einflussreichen charismatischen Geistlichen Fernando Karadima dabei gewesen. Zumindest habe er von dessen Untaten gewusst und ihn gedeckt. Alles Quatsch, meinte Franziskus – und bür

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