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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Frieden in einer irren Welt

von Michael Schrom vom 24.05.2018
Der Katholikentag in Münster war einer der größten der vergangenen Jahrzehnte. Sein Leitwort: »Suche Frieden«. Wie viel Friede war möglich? Wie viel Friede wird sein? Ängste, Ideen, Sehnsüchte prägten das Fest über fünf Tage. Eine Bilanz
Die Taube, das Zeichen des Friedens, des Endes aller Katastrophen: Gemacht werden kann der Friede nur von Menschen. (Foto: Federico Caputo/Alamy Stock Photo)
Die Taube, das Zeichen des Friedens, des Endes aller Katastrophen: Gemacht werden kann der Friede nur von Menschen. (Foto: Federico Caputo/Alamy Stock Photo)

Vor der Münsterlandhalle kommt es zum akustischen Showdown. »Kein Frieden mit der AfD!«, skandieren tausend Demonstranten, angeführt von der Antifa-Bewegung. Die Entscheidung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und des Bistums Münster, Repräsentanten aller im Bundestag vertretenen Parteien, also auch Volker Münz von der AfD, zu einem Podiumsgespräch über Staat und Kirche einzuladen, hat sie auf den Plan gerufen. Jetzt rufen sie: »Wollt ihr gute Christen sein, reiht euch in die Demo ein!« Gleichzeitig intoniert die Jugendband auf dem Vorplatz der Halle den hebräischen Kanon »Hevenu Shalom Alechem«. So mischen sich die Stimmen. Hier das sanft-säuselnde »Wir wünschen Frieden für alle«. Dort das zornig-abgehackte »Kein! Frieden! Mit der AfD!«

Wie schon in Leipzig 2016 muss der Katholikentag für seinen Umgang mit der AfD auch jetzt Kritik einstecken. Diesmal allerdings von der anderen Seite. In Leipzig hieß es: Ihr verweigert euch der Auseinandersetzung. Jetzt heißt es: Ihr bietet Populisten ein Podium. Dahinter steht die Angst, dass die demokratischen Kräfte nicht ausreichen könnten, um dem grassierenden Populismus Paroli zu bieten (vgl. S. 36).

Durch den Umgang mit der AfD, aber auch durch den bayerischen Kreuzerlass für Amtsstuben geriet der Katholikentag tief in den Sog heißer innenpolitischer Auseinandersetzungen. Wofür steht das Kreuz? Wie belastbar ist Demokratie? Welche Rolle spielt die Religion? Gewohntes wurde hinterfragt, Grundsätzliches kam auf den Tisch. Es war ein konzentriertes, zugleich beschwingtes und in vielerlei Hinsicht anregendes Christentreffen, das auf hohem Niveau auch theologische Fragen verhandelt – allen bi

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