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Feuer und Flamme für eine andere Welt

von Markus Dobstadt vom 20.05.2018
Das Zeitalter des Individualismus stößt an seine Grenzen: mit einer Wirtschaftsweise, die das Weltklima in nie dagewesener Geschwindigkeit erhitzt und einer wachsenden politischen Instabilität. Menschen suchen neu nach Sinn in ihrem Leben. Die Pfingstbotschaft gibt Hinweise, wie das gehen kann
Fenster mit der Heilig-Geist-Darstellung im Petersdom: Gut die Hälfte der Menschen in Deutschland weiß heute nicht mehr, was an Pfingsten gefeiert wird. Modern übersetzt könnte man sagen, Pfingsten bedeutet, für etwas, an das man glaubt und dass einem wichtig ist, zu brennen (Foto. pa/Kappeler)
Fenster mit der Heilig-Geist-Darstellung im Petersdom: Gut die Hälfte der Menschen in Deutschland weiß heute nicht mehr, was an Pfingsten gefeiert wird. Modern übersetzt könnte man sagen, Pfingsten bedeutet, für etwas, an das man glaubt und dass einem wichtig ist, zu brennen (Foto. pa/Kappeler)

»Do your thing«, mit diesem Slogan werben Tabak-, Auto- und andere Konzerne gerne um Kunden. Es ist das Mantra der Gegenwart. Mach dein Ding! Werde du selbst! Verwirkliche dich in deinem Leben, du hast ja nur ein einziges! Nutze es und verschwende keinen Augenblick. Mach eine interessante Reise, mach etwas Ungewöhnliches, das dir das Gefühl gibt, einzigartig zu sein. Siebeneinhalb Milliarden Menschen leben auf der Welt. Aber nur du bist der König oder die Königin deines Lebens: Das suggeriert die Werbung.

Andreas Reckwitz hat in seinem Buch »Die Gesellschaft der Singularitäten« das Lebensgefühl dieser modernen Welt en detail beschrieben. Und er macht klar, dass »die soziale Fabrikation von Singularitäten«, wie er das nennt, »keinesfalls nur Subjekte umfasst«. Auch »Objekte, Räumlichkeiten, Zeitlichkeiten und Kollektive« sollen besonders werden. Das bedeutet: Wir bemühen uns, im Überfluss der Güter und Möglichkeiten unseres Lebens alles in etwas Einzigartiges zu verwandeln. Das Smartphone kaufen wir von einer bestimmten Marke und versehen es mit Apps, die es in dieser Zusammenstellung nur auf unserem Gerät gibt. Orte werden besonders, weil wir dort Erlebnisse haben, die sofort digital geteilt werden. Alles will zu etwas Einzigartigem erhoben werden. Für Reckwitz ist dies das ein durchgängiges Muster des gegenwärtigen Lebensstils.

Die Moderne und die Religion

Das betrifft auch die Religion. Was bedeutet es für die Kirchen, wenn der Einzelne nur noch das gut findet, was ihm selbst besondere Erlebnisse ermöglicht? Dogmen und erstarrte Regeln werden dann nicht mehr ernstgenommen. Aber wenn sich die Kirche für die moderne Lebenswelt öffnet und einen persönlichen Zugang zu Got

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