Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2014
Der große Traum
Während im Westen die Euro-Angst grassiert, brennen die Osteuropäer für die europäischen Werte
Der Inhalt:

Das Bett, die kirchenfreie Zone

In der Ehe- und Sexualmoral gibt es eine große Kluft zwischen den deutschen Katholiken und ihrer Kirche. Das hat eine kirchliche Umfrage ergeben. Weiß Gott keine Überraschung, findet Bischofschef Robert Zollitsch – und sagt es auch. Sind katholische Würdenträger liberaler als alle denken? Und was folgt daraus? Fragen an den Mainzer Moraltheologen Stephan Goertz
Früher war mehr Kontrolle: Was die Kirche im Schlafzimmer zu suchen hat, fragen sich aber heute viele Katholiken kritisch. (Foto: photocase/aussi97)
Früher war mehr Kontrolle: Was die Kirche im Schlafzimmer zu suchen hat, fragen sich aber heute viele Katholiken kritisch. (Foto: photocase/aussi97)

Herr Professor Goertz, die katholischen deutschen Bischöfe haben die Ergebnisse ihrer Umfrage in ungeschminkter Form veröffentlicht. Papst Franziskus hatte sie angestoßen. Dabei wird deutlich, dass eine breite Mehrheit der Katholiken die kirchliche Argumentation in der Ehe- und Sexualmoral schlicht nicht versteht und auch nicht teilt. Ist das nicht ein Desaster für die katholische Kirche?

Stephan Goertz: Ja und nein. Die Ergebnisse sind ja nicht neu. Man hat sie nur halt über Jahrzehnte nicht zum Anlass für eine Selbstkritik genommen. Ein Desaster ist das Ergebnis für jene, die immer noch meinen, mit dem Einsatz katholischer Autorität die Gläubigen vor der Moderne beschützen zu müssen. Die nun praktizierte Offenheit der Analyse ist ein gutes Zeichen für eine kirchliche Selbstbesinnung. Die alten, oft allzu schlichten Schuldzuweisungen an den Zeitgeist haben offenbar a