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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2011
Kein Gott, nirgends?
Stephen Hawkings Theo-Physik
Der Inhalt:

»Ganz ist die Tür nicht zu«

von Bettina Röder vom 29.04.2011
Die katholische Kirche und ihr Alleingang zur Entschädigung. Fragen an die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann

? Die katholische Kirche schert aus den Bemühungen um einen gemeinsamen Entschädigungsfonds für Opfer sexuellen Missbrauchs aus. Bedauern Sie diesen Schritt?

! Ich bedauere das sehr, zumal die Signale, die aus der katholischen Kirche kommen, widersprüchlich sind. Ich warte jetzt darauf, dass sie noch einmal genau erklärt, was sie will.

? Inwiefern?

! Sie hat einen Vorschlag zur Entschädigung, den sie schon im Herbst vorgelegt hat, für sich allein bestätigt. Sie will zum einen am Runden Tisch weiter mitarbeiten, zum anderen erklärt sie im Blick auf die Entschädigung der Opfer: »Das machen wir jetzt alles allein.« Beides kriege ich nicht zusammen.

? Befürchten Sie jetzt, dass auch andere Institutionen eigene Wege gehen werden?

! Ich hoffe nicht. Bei neunzig Prozent der Menschen, die sich an uns wenden, liegt der Missbrauch Jahrzehnte zurück. Aber die Menschen leiden noch dramatisch unter den Folgen und brauchen Hilfe. Das muss alle in gleicher Weise in die Pflicht nehmen.

? Was sagen Sie zu der von der katholischen Kirche festgelegten Entschädigungssumme von maximal 5000 Euro pro Fall?

! Keine Summe kann wieder gutmachen, was die Betroffenen erlebt haben und worunter sie ein Leben lang leiden. Für sie ist es darum wichtig, die Entschädigung auch als Anerkennung ihres Leidens erfahren zu können. Das sehen sie hier nicht.

?Wie bedeutsam ist das Missbrauchsthema in der evangelischen Kirche?

! Wenn ich unsere Statistik anschaue, sind es bei den Institutionen der evangelischen Kirche erheblich weniger Fälle, aber eben immer noch zwölf Prozent; in der katholischen Kirche sind es 45 Prozent. Wobei hier die Massivität und das jahrelange Vertuschen hier besonders erschreckend waren. Aber in beiden Kirche ist noch einiges an Aufarbeitung zu leisten.

? Wie geht die evangelische Kirche mit dem Thema um?

! Die Evangelische Kirche ist bereit, sich an einer gemeinsamen Regelung für Hilfen zu beteiligen. Sie hat außerde

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