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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2011
Kein Gott, nirgends?
Stephen Hawkings Theo-Physik
Der Inhalt:

Kreuze aus Schwertern

von Thomas Seiterich vom 29.04.2011
Kirchenkampf in Ecuador: Wie Papst Benedikt mithilfe der rechten »Heraldos del Evangelio« eine Ortskirche zerstört

Ecuador, Hauptstadt Quito am 23. Februar: Die renommierte Anden-Universität Simon Bolívar ehrtden aus dem spanischen Burgos stammenden 77 Jahre alten Bischof Gonzalo Lopez Maranon. Jahrzehntelang habe er sich als Bischof des Apostolischen Vikariats San Miguel de Sucumbíos wirksam und mutig – trotz Todesgefahr – für die Rechte der Indios und der Armen eingesetzt, heißt es in der Laudatio. Das Leben des Unbeschuhten Karmeliten sei geprägt von »Verantwortung, Arbeit und Integrität«, steht in der Begründung für seine Ehrenpromotion. Lopez habe sich besonders in jenen Gebieten eingesetzt, »wo Gewalt, Unsicherheit und die Verletzung der Menschenrechte den Alltag der Menschen bestimmen«.

Ende gut, alles gut? Nein. Denn die Ehrung steht am Ende eines dreisten Putsches. Der Vatikan riss die sozialpolitisch heiße Kirchenprovinz im Norden Ecuadors den befreiungstheologisch engagierten Karmeliten um Bischof Lopez aus der Hand und übereignete sie den Heraldos de Cristo, einer Gruppeder extremen klerikalen Rechten.Jeder dieser »Herolde Christi« trägt ein großes Kreuz aus Schwertern auf seinem Ordenskleid. Das Schwert erinnert an die Kreuzritter.

Papst Benedikt XVI. zeigt sich seit Jahren als besonderer Freund der Heraldos. Er trägt die Letztverantwortung für den rechten Kirchenputsch in Ecuador, den der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, der indische Kardinal Ivan Días, durchführte. Dessen Missionskongregation ist in Rom zuständig für das Vikariat San Miguel de Sucumbíos.

Die Region Sucumbíos liegt im äußersten Norden Ecuadors, entlang der Grenze zum Bürgerkriegsland Kolumbien. Das ländliche, teils urwaldige Gebiet ist die wichtigste Ölförderregion Ecuadors. Auf rund 13 000 Quadratkilometern leben etwa 130 000 Menschen, viele davon Indígenas. Es gibt kaum Städte. Immer wieder schwappt der Krieg aus Kolumbien über die Grenze nach Sucumbíos, zumal die linke FARC-Guerilla seit Jahrzehnten die Grenzgebiete als Rückzugsraum nutzt.

Bischof Gonzalo Lopez, der mit weiteren, meist aus Burgos stammenden Karmeliten unter widrigen Bedingungen Seelsorgearbeit leistet, lud wiederholt den Nuntius aus der Hauptstadt Quito zu einem Besuch des armen Gr

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