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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2020
Arbeiten und Leben nach Corona
Was wir aus der Krise lernen können
Der Inhalt:

Verbotene Versammlung

von Eva-Maria Lerch vom 14.05.2020
Anmelden! Mundschutz tragen! Nicht singen! Erfahrungen in einem Gottesdienst unter Corona-Auflagen
Gesperrte Kirchenbänke: Gottesdienst unter Corona-Auflagen, hier im Wetzlarer Dom (Foto: Lerch)
Gesperrte Kirchenbänke: Gottesdienst unter Corona-Auflagen, hier im Wetzlarer Dom (Foto: Lerch)

Ich gehöre zu den Menschen, die sonntags gern zum Gottesdienst gehen. Die Lieder, Gebete und liturgischen Abläufe verbinden mich mit dem, was wesentlich ist. Sie nehmen mich hinein in ein größeres Ganzes, das bis in die Arbeitswoche hineinwirkt. Zudem fühle ich mich der Gemeinde am Wetzlarer Dom verbunden und treffe da immer ein paar Freunde. Seit sieben Wochen aber sind die Gottesdienste wegen der Pandemie ausgefallen – und gerade an Ostern habe ich sie vermisst.

Doch jetzt, am zweiten Sonntag im Mai, soll es endlich wieder losgehen. Das Pfarrbüro hat eine E-Mail verschickt und erklärt unter welchen Auflagen die Gottesdienste nun stattfinden: »Die Gottesdienstbesucher müssen sich in der Woche vorher zu den Pfarrbüro-Öffnungszeiten anmelden. Ihr Name und Adresse sowie die Telefonnummer werden in eine Liste eingetragen. Diese Liste wird vor dem Gottesdienst abgehakt …« Die Mail liest sich eher wie eine Hygieneverordnung für den OP-Saal denn als Einladung zur Eucharistiefeier. Trotzdem melde ich mich an.

Am Eingang des Doms begrüßen mich freundliche Gesichter hinter bunten Baumwollmasken und lächeln mich mit den Augen an. Viele Bänke sind abgesperrt, doch ich bin erleichtert, dass dies mit eleganten roten Kordeln geschieht, nicht mit den rot-weißen Absperrbändern, die man jetzt überall sieht. Und die Plätze, auf denen man sitzen darf, sind mit lustigen Aufklebern markiert: »Schön, dass du da bist!« Irgendwie fühle ich mich jetzt doch willkommen.

Dann braust die Orgel so laut und trotzig auf, als ob sie alle Coronaviren aus dem Dom pusten wollte. Da wir im hessischen Teil des Bistums Limburg sind, dürfen wir unsere Masken jetzt ablegen, im rheinland-pfälzischen Teil der Diözese is

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