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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2015
Der Inhalt:

Gott auf dem Majdan

In der Ukraine genießen die Kirchen ein hohes Ansehen. Doch sie sind zerstritten und auf unterschiedliche Weise in den politischen Konflikt verwickelt
von Michael Schrom vom 23.10.2015
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Freiheitskämpfer mit kirchlichem Beistand: Ein verwundeter Demonstrant vor der Michaelskathedrale in Kiew, die während der Proteste als Wärmestube und Lazarett diente. Die Kirchen sind wichtig in der Ukraine. Aber können sie bei der Schlichtung des Konfliktes helfen?  (Foto: Stoyan Nenov/Reuters)
Freiheitskämpfer mit kirchlichem Beistand: Ein verwundeter Demonstrant vor der Michaelskathedrale in Kiew, die während der Proteste als Wärmestube und Lazarett diente. Die Kirchen sind wichtig in der Ukraine. Aber können sie bei der Schlichtung des Konfliktes helfen? (Foto: Stoyan Nenov/Reuters)
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Als ein Passant seine Notdurft an einem Baum auf der Grünfläche oberhalb des Majdan-Platzes verrichten will, hält es Igor und Alexij nicht mehr auf ihren Plätzen. Die jungen Männer springen von der Bank auf, packen ihn unsanft und nehmen ihn heftig ins Gebet: Ob er nicht wisse, dass dies heiliger Boden sei, ein Ort, an dem Menschen für die Freiheit gestorben sind? Ihre wütenden Worte mischen sich mit dem liturgischen Gesang der Priester, die in einer kleinen Holzkapelle einen Gedenkgottesdienst feiern. Die Sonne ist fast untergegangen, und auf dem Bürgersteig vor der Kapelle flackern Kerzen vor den Porträts der »Himmlischen Hundert«, die in Kreuzform aufgestellt sind. Die »Himmlischen Hundert« – so nennen sie im Volksmund die Opfer, die am 19. Februar 2014 bei dem Einsatz der Spezialkräfte ums Leben kamen. Allein der

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