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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2019
Höhenglück
Warum uns die Alpen so faszinieren
Der Inhalt:

»... dann gibt es Bischof Georg nicht mehr«

von Michael Schrom vom 11.09.2019
Segnungsgottesdienste für Homosexuelle? Die Diskussion darüber ist innerhalb der katholischen Kirche manchmal nur absurd
(Foto: istockphoto/Gutzemberg)
(Foto: istockphoto/Gutzemberg)

Peter Vogelsang ist das, was man in Bayern einen »g’standenen Pfarrer« nennt: geerdet, zugewandt, fromm. Seit 25 Jahren ist er Priester im Erzbistum München und Freising. Kein Kirchenrebell, eher das Gegenteil. Aber es gibt Tage, da geht ihm die Hutschnur hoch. Dann, wenn er die Position seiner Kirche nicht zusammenbringen kann mit dem Geist Jesu und zentralen Aussagen der Heiligen Schrift. Deshalb ist er an diesem Freitag nach München gefahren, um der Bitte von zwei Männern zu entsprechen, die sich anlässlich ihrer Hochzeit einen Segnungsgottesdienst gewünscht haben. Die Festgemeinschaft ist multikulturell: Frauen in Dirndl und Männer in Tracht sitzen neben Paaren in feinem Zwirn mit auffälligen Krawatten oder bunten Einstecktüchern.

Souverän greift Vogelsang gleich zu Beginn die gespannte Erwartungshaltung auf: »Einige werden sich fragen: Geht denn das – die Segnung einer gleichgeschlechtlichen Freundschaft in einer katholischen Eucharistiefeier? Die anderen werden sich fragen: Wie kann man sich nur eine Segensfeier wünschen, wo die katholische Kirche doch so harsch und verletzend mit Homosexuellen umgeht?«

In seiner Predigt entwickelt er, ausgehend von dem Satz »Gott ist die Liebe« im ersten Johannesbrief, eine Theologie der Freundschaft. Sie sei ein bevorzugter Ort, um die Spuren Gottes im Leben erkennen und deuten zu können. Eine Theologie der Spurensuche habe schon Petrus vertreten, der – so beschreibt es die Apostelgeschichte (10,23ff.) – kein Problem damit hatte, dem Hauptmann Kornelius und seinem Haus spontan die Taufe zu spenden, als er sie »in Zungen reden und Gott preisen« hörte. Als Petrus anschließend vom »Untersuchungsausschuss« der Jerusalemer Gemeinde theologisch zur Rechenschaft gezog

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