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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
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Der Kampf um den Sand

von Barbara Tambour vom 09.03.2018
Die Gier nach dem Rohstoff nimmt zu, der Nachschub wird knapp. Doch der Widerstand gegen die Zerstörung der Umwelt wächst – auch in Deutschland
Der Abbau ist in Indien harte Arbeit: Männer stehen bis zum Bauch im Wasser und schaufeln aus dem Kulsi-Fluss Sand in ihre Boote (Foto: pa/epa)
Der Abbau ist in Indien harte Arbeit: Männer stehen bis zum Bauch im Wasser und schaufeln aus dem Kulsi-Fluss Sand in ihre Boote (Foto: pa/epa)

Klingelt das Telefon der indischen Journalistin Sandhya Ravishankar und sie kennt die Nummer nicht, geht sie nicht dran. Zu oft schon hat sie Drohanrufe bekommen, wurde beleidigt und beschimpft. Die Journalistin hat sich mit der Sand-Mafia angelegt und aufgedeckt, dass Unternehmen im indischen Bundesstaat Tamil Nadu in großem Stil illegal Sand von Stränden abgebaut haben – offensichtlich mit Billigung von Regierungsbeamten. Im Januar vergangenen Jahres veröffentlichte sie ihre Rechercheergebnisse auf der Internet-Nachrichtenplattform The Wire. Am nächsten Tag brach ein Shitstorm über sie herein. Auf Twitter und in verschiedenen Blogs wurde ihr vorgeworfen, sie habe die Artikel aus persönlichem Hass gegen Firmenbesitzer geschrieben. Außerdem wurde ihre private Telefonnummer in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Ravishankar wandte sich an die Polizei, die zwei Männer vor ihrem Haus postierte, um sie zu schützen.

Mit der Sand-Mafia ist nicht zu spaßen

Mit der Sand-Mafia ist nicht zu spaßen. Denn mit Sand ist viel Geld zu verdienen. Besonders dort, wo in großem Stil gebaut wird. Aus Gründen des Umweltschutzes ist der Sandabbau in Indien in den vergangenen Jahren durch Gesetze stark eingeschränkt worden. Doch darum kümmern sich Unternehmer und korrupte Beamte wenig. »Es geht um Macht und um sehr viel Geld«, berichtete Sandhya Ravishankar in einem Interview mit der Deutschen Welle. »Sobald man anfängt, sich mit den illegalen Aktivitäten zu beschäftigen, wird man zur Zielscheibe, erhält Anrufe, wird bedroht und beleidigt.«

Sand wird in Indien und weltweit in großen Mengen gebraucht – vor a

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