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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Hunderte Menschen in Sandkriegen getötet

»Der Handel mit Sand ist ein klassisches Beispiel für Geschäfte, die unkompliziert erscheinen, in Wahrheit jedoch sehr komplex und voller Ungerechtigkeiten und Risiken sind.« Zu diesem Ergebnis kommt die Wissenschaftlerin Aurora Torres. »Hunderte von Menschen sind schon in ›Sandkriegen‹ getötet worden.« In Indien gelte die Sand-Mafia als eine der mächtigsten und gewalttätigsten Gruppen des organisierten Verbrechens. Torres arbeitet am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gemeinsam mit Kollegen aus den USA hat sie die erste systematische Untersuchung zu den Folgen des globalen Sandabbaus durchgeführt und vor Kurzem im Fachmagazin Science veröffentlicht (»A Looming Tragedy of the Sand Commons«, 9/2017). Der Raubbau habe vor allem für die Menschen und die Umwelt negative Folgen: Im Mekongdelta in Vietnam und anderen Küstengebieten Südostasiens sinke das Grundwasser, der Boden senke sich ab. Dadurch dringe Meerwasser immer weiter ins Landesinnere vor und versalze Trinkwasser, Felder, Böden. Der Sandabbau hat laut Torres sogar die Auswirkungen des Tsunamis im Jahr 2004 verschlimmert. »Er ist ein häufiger Grund für Erosionen von Ufern und Küsten, wodurch diese Gebiete anfälliger für Hochwasser, Sturmfluten oder Tsunamis werden.« Vielerorts bedrohe die Sandgewinnung auch die Artenvielfalt. Der Gangesgavial etwa, eine in asiatischen Flüssen heimische Krokodilart, die vorrangig auf Sandbänken lebt, sei zunehmend gefährdet.

Diese verdeckten Kosten der Sandgewinnung spielen bisher für die Hauptabnehmer keine Rolle. Das könne sich die Welt nicht