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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Von Bischofs Gnaden

Eine Ehe, zwei Konfessionen, ein heiliges Brot: Jetzt darf man es gemeinsam essen

Wer hatte eigentlich darauf gewartet? Die katholische Deutsche Bischofskonferenz verkündete am Ende ihrer Frühjahrsvollversammlung, sie habe beschlossen, dass konfessionsverschiedenen Ehepartnern die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie künftig möglich sein solle: im Einzelfall. Und wenn der evangelische Part »die katholische Eucharistie-Auffassung« teile. Manche katholischen Verbände lobten daraufhin den Beschluss der Bischöfe als »wichtigen Schritt auf dem Weg der Ökumene«. Gibt es doch in Deutschland so viele konfessionsverschiedene christliche Ehen wie in keinem anderen Land.

Faktisch liest sich das, was geschehen ist, als die Absegnung einer seit Langem auch ohne bischöflichen Segen geübten Praxis. Es gibt ihn häufig: den Pfarrer, der die heilige Kommunion wissentlich an katholische wie evangelische Christen austeilt – katholische Eucharistie-Auffassung hin oder her. Das mag auch daran liegen, dass es sie immer seltener gibt: jene konfessionsverschiedenen Paare, die tatsächlich regelmäßig gemeinsam Gottesdienste besuchen. Die wenigen, die sich noch Zeit für den Tisch des Herrn nehmen, drohen auszusterben. Nicht nur die Kirchenmitglieder werden immer weniger; noch viel schneller werden es die Kirchenbesucher. Nurmehr etwa zehn Prozent aller Kirchensteuerzahler gehen hin. Kann man in dieser Situation ungastlicher wirken, als wenn man Paaren das gemeinsame Mahl verweigert?

Die Bischöfe haben nachgeholt, was überfällig war. Doch die Einspruchsfrist gegen die neue Orientierungshilfe wurde verlängert. Traditionalisten wüten gegen den Beschluss, und man wird sie hören. Es gibt eben aus der Zeit gefallene Zeiche