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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2020
Der Gott von gestern
Warum die Kirchen in der Krise sprachlos sind
Der Inhalt:

Zeit der Träumer

von Anne Strotmann vom 08.07.2020
Nie zuvor traten so viele Menschen aus der Kirche aus wie 2019. Die Folgen sind nicht zu unterschätzen. Doch anstatt nur um zahlende Mitglieder zu werben, ist es Zeit, sich einer Wahrheit zu stellen
(Zeichnung: Plassmann)
(Zeichnung: Plassmann)

Jedes Jahr veröffentlichen die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland ihre Kirchenmitgliedszahlen. Jedes Jahr werden sie ein bisschen kleiner. Nun gibt es einen neuen Rekord: Nie zuvor traten so viele Menschen aus der Kirche aus wie im Jahr 2019, insgesamt mehr als eine halbe Million. 272 771 Menschen waren es in der katholischen Kirche – ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zum Jahr davor mit 216 000 Austritten und auch zum bisherigen Rekordjahr 2014 mit knapp 218 000 Austritten. Die Austrittszahlen der Evangelischen Kirche sind ganz ähnlich: 270 000 Menschen traten 2019 aus.

Nun ist guter Rat überall zu lesen: Sollte man etwa die Kirchensteuern abschaffen, damit weniger Leute auf die Idee kommen, aus der Kirche auszutreten? Doch damit wäre die Krise nicht

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