Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

Protest der Landwirte

von Barbara Tambour vom 02.12.2019
Bauern begehren auf – zu Recht. Aber sie halten die Falschen für schuldig. Bedenklich ist ihr Misstrauen in die Demokratie
Falsches Feindbild: Umweltschutz und Bauerninteressen sollten nicht als Gegensatz gesehen werden (Zeichnung: Mester)
Falsches Feindbild: Umweltschutz und Bauerninteressen sollten nicht als Gegensatz gesehen werden (Zeichnung: Mester)

Welche Landwirtschaft wollen wir? Eine, deren vorrangiges Ziel es ist, auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein? Eine, die Weizen, Karotten, Milch und Schweinefleisch so günstig wie möglich produziert? Das ist im Großen und Ganzen die Landwirtschaft, die wir haben. Gefördert wird sie von einer europäischen Landwirtschaftspolitik, die immer noch den größten Teil ihrer Zahlungen an der Fläche orientiert und nicht daran, wie nachhaltig dort gearbeitet wird. Wir haben eine Landwirtschaft, die für die Tiermast Soja aus Südamerika importiert, wo dafür weiter Regenwald abgebrannt wird. Wir haben eine Landwirtschaft, in der – wachse oder weiche – nur große Höfe überleben, weil die eingesetzte Technik umso günstiger wird, je größer die Äcker und Felder sind und je mehr Tiere im Stall stehen.

Kapitalismus auf dem Land

Dieser Kapitalismus auf dem Land, diese auf Intensivierung und Export ausgerichtete Agrarpolitik heizt einen ruinösen Wettlauf zulasten von Mensch, Tier und Natur an. Die Folge: Immer mehr bäuerliche Betriebe geben auf.

Die Landwirte haben recht, wenn sie wie kürzlich in Hamburg und in Berlin protestieren. Denn da läuft etwas sehr falsch. Es ist höchste Zeit, dass sie mit ihren Traktoren in die Herzen der Großstädte fahren und ihrem Ärger, ihrem Frust und ihrer Angst vor der Zukunft Luft machen.

Schade, dass einige von ihnen falsche Gegner ausmachen, bevorzugt »klima-hysterische Städter« mit ihrer »Öko-Ideologie«. Bedenklich, dass in facebook-Gruppen und Twitter-Mitteilungen rund um die Vorbereitung der Traktordemo in Berlin der Klimawandel, das Artensterben und die Nitratbelastung des G

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Kommentare
Ihr Kommentar
Noch 1000 Zeichen
Wenn Sie auf "Absenden" klicken, wird Ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an Publik-Forum.de verschickt. Sie erhalten per E-Mail nochmals eine Bestätigung. Der Kommentar wird veröffentlicht, sobald die Redaktion ihn freigeschaltet hat. Auch hierzu erhalten Sie ein E-Mail. Siehe dazu auch Datenschutzerklärung.

Mit Absenden des Kommentars stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten zur Bearbeitung des Kommentars zu. Zum Text Ihres Kommentars wird auch Ihr Name gespeichert und veröffentlicht. Die E-Mail-Adresse wird für die Bestätigung der Bearbeitung genutzt. Dieser Einwilligung können Sie jederzeit widersprechen. Senden Sie dazu eine E-Mail an [email protected].

Jeder Artikel kann vom Tag seiner Veröffentlichung an zwei Wochen lang kommentiert werden. Publik-Forum.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus anderen Gründen inakzeptabele Beiträge nicht zu publizieren. Siehe dazu auch Netiquette.
Georg Lechner
09.12.201917:50
In Österreich ist die Landwirtschaft - historisch bedingt - kleinräumiger strukturiert. Damit sind viele Höfe nicht mehr lebensfähig und wurden verpachtet, zumeist verbunden mit einem anstehenden Generationenwechsel. Dank des früheren Landwirtschaftsministers und späteren EU-Agrarkommissars Fischler ist immerhin ein etwas ökologischerer Ansatz gesetzlich verankert. Um Förderungsanspruch zu haben, muss die Zahl der gehaltenen Tiere in einem Mindestverhältnis zur bewirtschafteten Fläche stehen.
Politisch hat sich auch eine gewisse Abkehr von der bisher im bäuerlichen Bereich dominierenden ÖVP ergeben. In der Standesvertretung (Bauernkammer) ist sie wegen der Serviceleistungen weiterhin weit ober der Dreiviertelmehrheit, aber bei allgemeinen Wahlen sieht es etwas anders aus.