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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Für ein rassefreies Grundgesetz

von Alexander Schwabe vom 19.06.2020
Im Streit über eine Änderung des Grundgesetzes sollte die CDU nachgeben: Der Begriff »Rasse« muss aus der Verfassung. Denn er befördert Rassismus.
Grundgesetz, Artikel 3: auf Glas gebannt im Berliner Regierungsviertel (Foto:pa/Steinberg)
Grundgesetz, Artikel 3: auf Glas gebannt im Berliner Regierungsviertel (Foto:pa/Steinberg)

Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Zwar leben alle in der einen – und doch hat jeder die seine. Eine Geschichte zeigt, wie unterschiedlich sie sein kann: Ein Mann klatscht alle zehn Sekunden in die Hände. Gefragt, warum er dies tue, antwortet er: »Um die Elefanten zu verscheuchen.« »Welche Elefanten? Hier gibt es doch gar keine Elefanten«, wird ihm entgegnet. Darauf er: »Na also, sehen Sie!«

Die Realität ist großteils konstruiert, geschaffen durch unsere Vorstellungen, ausgedrückt in Sprache und Handlung, wie umgekehrt Sprache und Handlungen Einfluss auf die Vorstellungen haben. Begriffe schaffen in ihrer Bewusstsein erzeugenden Kraft Wirklichkeit. Wenn Begriffe hohl geworden sind, weil sie nachweislich keine reale Grundlage haben, so läuft das von ihnen geformte Bewusstsein und die daraus resultierende Wirklichkeitsauffassung Gefahr, zur Ideologie zu werden.

Die Wissenschaft sagt, dass es keine menschlichen Rassen gibt, 99,9 Prozent der menschlichen DNA sind über alle äußerlichen Unterschiede hinweg identisch. Hier sind keine Elefanten. Wird dennoch von Rassen geredet, hält sich die Vorstellung im Bewusstsein und bereitet den Boden für die Ideologie. Rassismus ist genau jene Ideologie, die auf dem Begriff der Rasse aufbaut und die ihn am Leben hält.

Das Wort »Rasse« sollte also aus Grundgesetz und katholischem Hochgebet gestrichen werden. Wenn die CDU an ihm festhalten will, weil das Grundgesetz nach dem Holocaust jede Diskriminierung Anderer bannen wollte, so ist ihr Anliegen durchaus ehrenhaft, aber historistisch. Der Begriff Rasse ist überholt, Natur- und Geisteswissenschaft bleiben nicht im Jahr 1949 stehen. Wir müssen heute entscheiden, wie wir unsere Wirklichkeit baue

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