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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2020
Die Mechanik der Vergebung
Die Kirchen werden den Opfern nicht gerecht
Der Inhalt:

Aufgefallen
Die Europäerin

von Alexander Schwabe vom 08.12.2020
Maia Sandu ist die erste Präsidentin in der Geschichte der Republik Moldau. Sie tritt gegen Armut und Korruption ein – und gegen autokratische Strukturen.
Erste Präsidentin Moldaus: Maia Sandu (Foto: pa/ap/Roveliu Buga)
Erste Präsidentin Moldaus: Maia Sandu (Foto: pa/ap/Roveliu Buga)

Dass liberale Demokratien autoritären Versuchungen erliegen, dafür gibt es etliche Beispiele (siehe Seite 12). Daneben ist allerdings auch die umgekehrte Bewegung zu beobachten: Gesellschaften stehen auf für Rechtsstaatlichkeit und Transparenz, kämpfen dafür, Autokratie, Korruption und Misswirtschaft hinter sich zu lassen. Zu sehen ist das derzeit nicht nur in Belarus, sondern auch in der Republik Moldau (auch Moldawien genannt). In der ehemaligen Sowjetrepublik, einem der ärmsten Länder in Europa, hat die 48-jährige Proeuropäerin Maia Sandu gerade die Präsidentschaftswahl gewonnen – gegen ihren nach Russland ausgerichteten Kontrahenten. Sie ist die erste Präsidentin in der Geschichte des Landes.

»Es war nicht einfach zu gewinnen«, sagte Maia Sandu nach ihrem Sieg und lobte die Rekordwahlbeteiligung in Höhe von 53 Prozent: »Trotz der Krise, trotz des schmutzigen Wahlkampfs gaben viele Menschen ihre Stimme ab.« Landesverrat und eine »unchristliche, nicht traditionelle sexuelle Orientierung« wurden ihr vorgeworfen aus dem Lager ihres Gegenspielers, des bisherigen Präsidenten Igor Dodon. Der gehört den regierenden Sozialisten an, ist ein treuer Vasall Putins und legt eine christlich-fundamentalistische Haltung mit identitären Zügen an den Tag.

In den acht Jahren, die Maia Sandu wieder im Land ist, hat sie eine steile politische Karriere hingelegt. Nachdem sie in Harvard ihr Studium der Ökonomie abgeschlossen und zwischen 2010 bis 2012 in Washington bei der Weltbank gearbeitet hatte, wurde sie 2012 Bildungsministerin in Moldau. Das machte sie populär, weil sie gegen die Korruption im Schulwesen vorging. 2015 wurde sie von einer proeuropäischen Koalition als Kandidatin für das Amt der Premierministerin vorg

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