Ein wütender Schrei
Es kündigt sich eine dramatische Krise in der Landwirtschaft an. Um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, legen derzeit Tausende von Bauern die Großstädte lahm, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Aber treffen ihre Forderungen nach höheren Subventionen und weniger Vorgaben zum Umweltschutz tatsächlich den Punkt? Nein, sind viele Autoren überzeugt. Unter ihnen der Kulturgeologe Werner Bätzing, der ebenso wie Bartholomäus Grill der Überzeugung ist, dass »die industrielle Landwirtschaft gegen die Wand fährt«; der Insektenforscher Dave Goulson, der nachweist, dass mit dem Untergang der Bestäuber der Hunger nach Europa zurückkehren wird; der Globalhistoriker Peter Frankopan, der davon ausgeht, dass angesichts erschöpfter Böden eine weltweite Konkurrenz um Nahrungsmittel bevorsteht; der Journalist Bartholomäus Grill schließlich, der in seinem aktuellen Buch »Bauernsterben« beschreibt, wie ein weltweit agierender Filz aus Agrarkonzernen, Banken, Lobbyisten und korrupten Politikern ausschließlich darauf aus ist, Profite zu mehren – ohne Rücksicht auf den Rückgang der Grundwasserspiegel, die Erschöpfung der Böden und die Gefahren durch den Klimawandel. Wir haben mit Bartholomäus Grill gesprochen.
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