Die Verwei?erung des Töten?
In die großen Erzählungen des 19. Jahrhunderts, die das Glück auf Erden zu versprechen vorgaben und den starken, handelnden Menschen in den Mittelpunkt stellten, mischte sich schon damals ein kleiner Unterton, der den Protagonisten der Zeit nicht so recht in das wohlklingende Konzert ihrer Zukunftsvisionen passte. Weder die Erfinder des Fortschrittsgedankens oder des Kommunismus noch die Idealisten des Humanismus, weder die Anhänger von Rassentheorien noch die Unterstützer der imperialen Staaten und auch nicht die von Weltherrschaft träumenden Wirtschaftsbosse konnten mit dem leisen, aber doch stetigen Unterton der Gewaltlosigkeit etwas anfangen. Leo Tolstoi, Mahatma Gandhi und Martin Luther King wurden von vielen verehrt, aber gleichzeitig auch als Bedrohung angesehen – als Missklang in einer angeblich bald harmonischen Welt.
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Johannes Hartlapp ist Kirchenhistoriker und unterrichtet in Altersteilzeit an der Theologischen Hochschule Friedensau. Er wohnt mit seiner Frau in der Nähe von Bielefeld.

