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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2013
Die Welt ist keine Kaffeetasse
Warum die Naturwissenschaften die Wirklichkeit nicht vollständig erklären können
Der Inhalt:
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Verlust des Vertrauens

von Thomas Seiterich vom 25.01.2013
Die katholischen Bischöfe tun sich mit der Aufklärung sexueller Gewaltverbrechen durch Priester nach wie vor äußerst schwer. Der Aufklärungs-Gau der Deutschen Bischofskonferenz, seine Hintergründe und Nachwirkungen. Eine Analyse von Thomas Seiterich
Der Blitz hat eingeschlagen: Die katholische Kirche Deutschlands erleidet momentan einen ungeheuren Imageverlust. (Foto: kamikazeflieger / photocase.com)
Der Blitz hat eingeschlagen: Die katholische Kirche Deutschlands erleidet momentan einen ungeheuren Imageverlust. (Foto: kamikazeflieger / photocase.com)

Die katholische Kirche in Deutschland kommt aus den Negativschlagzeilen einfach nicht heraus. Selbst ein auf den ersten Blick unverfänglicher Vorgang hat bei manchen kritischen Beobachtern der Papstkirche für Unmut gesorgt: Die Hotline für Missbrauchsopfer, eingerichtet von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), hat ihre Arbeit zum Jahreswechsel eingestellt. Dies teilte der Trierer Bischof Stephan Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz, mit. Die Zahl der Anrufer sei derart gesunken, dass es sich nicht mehr lohne, die – wiederholt verlängerte – Hotline weiter offen zu halten, heißt es zur Begründung. Opferverbände kritisieren dies.

Die Priester-Täter haben ihre sexuellen Übergriffe auf Kinder bewusst geplant

Gleichzeitig stellte Ackermann die Ergebnisse einer Auswertung der Telefongespräche vor: »Die Priester-Täter hatten ihre sexuellen Übergriffe auf Kinder bewusst und genau geplant«, befand der Bischof. Dies sei ein »erschütterndes Ergebnis«. Die meisten Verbrechen geschahen zwischen 1950 und 1980. Die Geistlichen hätten »sich das Vertrauen von Kindern erschlichen und diese dann auf schändliche Weise missbraucht« – in Pfarreien, Heimen und Internaten. Hinweise auf »zufalls- oder überfallartige Taten« habe es nicht gegeben. Die Täter hätten oft die »psychische Wirkung von Riten« wie Beichten und Gebeten ausgenutzt, um sich an Kindern zu vergehen und sie anschließend zum Schweigen zu zwingen.

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