Zur mobilen Webseite zurückkehren

Unterschreiben für den Papst

von Thomas Seiterich, Michael Schrom vom 24.10.2017
Eine Online-Petition will Franziskus stärken. Steht es so schlimm um ihn?
Papst oder Superman? Vielleicht ist »unser Mann in Rom« beides? Der Wiener Theologe Paul Michael Zulehner (rechts) hat eine Online-Aktion für Franziskus gestartet, um dessen Kritikern Paroli zu bieten. (Fotos: kna/Romano Siciliani; pa/Franz Gruber)
Papst oder Superman? Vielleicht ist »unser Mann in Rom« beides? Der Wiener Theologe Paul Michael Zulehner (rechts) hat eine Online-Aktion für Franziskus gestartet, um dessen Kritikern Paroli zu bieten. (Fotos: kna/Romano Siciliani; pa/Franz Gruber)

Wenn Katholiken dem Papst versichern, dass sie dankbar für seine »mutige und theologisch wohl begründete Amtsführung« sind, und ihn zugleich per Unterschrift bitten, von seinem »eingeschlagenen Weg nicht abzuweichen«, hat dies – wie man im Badischen sagt – ein »Gschmäckle«. In solchen Formulierungen mischen sich huldvolle Ergebenheitsadressen mit kirchenpolitischem Interesse. Es klingt wie Einflüsterung bei Hofe.

Dennoch haben die von dem Wiener Pastoraltheologen Paul Michael Zulehner und dem Prager Religionsphilosophen Tomas Halik verfasste Online-Petition »Pro Pope Francis« allein in einer Woche mehr als 23 000 Personen unterzeichnet. Darunter viele angesehene und kritisch-nachdenkliche Katholiken, die über den Verdacht der Schmeichelei und Strippenzieherei erhaben sind. Das lässt aufhorchen. Denn es zeigt, dass die Gräben in der Kirche tiefer sind als vermutet. Man kann die Kleingruppe der reaktionären Altkardinäle, die dem Papst kaum verschlüsselt Irrglauben (Häresie) vorwerfen, getrost als Altherrengezänk abtun. Aber man muss zur Kenntnis nehmen, dass ganze Bischofskonferenzen in Osteuropa, aber auch in anderen Weltgegenden in zentralen Fragen dieses Pontifikats – etwa bei den Korrekturen der Ehelehre oder in der Haltung zu Flüchtlingen – dem Papst nur widerwillig folgen. In rechtskatholischen Internetforen wird er gerne ein sturer Populist genannt, der sich nicht dreinreden lasse. Darin spiegelt sich auch die Enttäuschung über den Machtverlust der konservativen Einflüsterer.

Der Öffnungskurs des Papstes hat sich bisher kaum in Gesetzen niedergeschlagen. Fr

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen