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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

Muslimischen Feiertag einführen?

vom 14.11.2017
Ein Feiertag für Muslime: Als Bundesinnenminister Thomas de Maizière kürzlich laut darüber nachdachte, folgte ein Aufschrei – Deutschland habe eine christliche Tradition –, und er ruderte zurück. Doch warum nicht auch die Feste muslimischer Mitbürger feiern? Uns interessiert Ihre Meinung! Argumente? Lesen Sie in diesem Pro und Contra
Sollte Deutschland einen muslimischen Feiertag haben? »Ja!«, sagt Elisa Rheinheimer-Chabbi (links). »Nein!«, meint Johanna Haberer (rechts). (Fotos: privat; epd/ Lindoerfer)
Sollte Deutschland einen muslimischen Feiertag haben? »Ja!«, sagt Elisa Rheinheimer-Chabbi (links). »Nein!«, meint Johanna Haberer (rechts). (Fotos: privat; epd/ Lindoerfer)

Elisa Rheinheimer-Chabbi: »Ja! Das wäre ein wichtiges Zeichen«

»Es gibt wichtigere Dinge, über die sich unsere Politiker Gedanken machen sollten, als islamische Feiertage, und das sehen auch viele Muslime so. Aber da die Debatte nun mal tobt: Ja, lasst uns feiern! Warum denn nicht? Durch einen muslimischen Feiertag wird doch niemandem etwas weggenommen. Im Gegenteil: Wir gewinnen etwas dazu. Flankiert werden könnte ein solcher Tag zum Beispiel durch Aktionen auf öffentlichen Plätzen, so wie beim Europatag am 9. Mai. Das schafft Möglichkeiten zur Begegnung.

Ein gesetzlich verankerter Feiertag wäre ein wichtiges Zeichen an unsere muslimischen Mitbürger: Ihr gehört dazu, und wir feiern gerne mit euch. Einem von Vielfalt geprägten Land wie Deutschland stünde das gut an. Ich gehe deshalb noch weiter als Thomas de Maizière und sage: Lasst uns in ganz Deutschland feiern! Das Zuckerfest zum Ende des Ramadan ist eine Möglichkeit. Oder das Opferfest. Das wäre religionsverbindend, denn Muslime gedenken an diesem Tag der Bereitschaft Abrahams, einen seiner Söhne zu opfern, und der Barmherzigkeit Gottes. Diese Geschichte kennen wir aus der Bibel.

Ich vermute: Wenn nicht »Islam« davorstünde, würde sich die Mehrheit der Deutschen über einen Feiertag mehr einfach nur freuen. Aber »Islam« scheint dermaßen zum Reizwort geworden zu sein, dass zahlreiche Politiker die »jüdisch-christliche Tradition« in Gefahr sehen, wenn über einen islamischen Feiertag gesprochen wird. Diese Hysterie ist eines of

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