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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

Nachgefragt: Was bringt eine CO 2 - Steuer?

Fragen an den Klimaökonomen Ottmar Edenhofer

Publik-Forum: Herr Professor Edenhofer, Sie fordern eine Abgabe auf Kohlendioxid. Was wollen Sie damit erreichen?

Ottmar Edenhofer: Ein Preis auf Kohlendioxid macht CO2-arme Technologien wettbewerbsfähig. Fossile Energieträger werden unrentabler, besonders die Kohle. Außerdem gewinnt man Einnahmen, um die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu finanzieren. So könnte in Entwicklungsländern etwa die Wasser- oder Stromversorgung ausgebaut werden.

Trifft eine solche Abgabe nicht ärmere Konsumenten hart, während die Reichen weiter SUV fahren und fliegen können?

Edenhofer: Das ist ein unbestreitbares Argument. Man muss aber zwischen OECD-Ländern und ärmeren Ländern unterscheiden. In wirklich armen Ländern hat ein CO2-Preis einen positiven Effekt für die unteren Bevölkerungsschichten, weil deren Konsum meist nicht CO2-intensiv ist. In OECD-Ländern werden ärmere Haushalte in der Tat überproportional belastet, da sie relativ gesehen einen höheren Anteil ihres Einkommens für Energie oder Transport aufwenden müssen. Aber man kann dies ausgleichen, indem man die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung rückverteilt. So könnte jeder Bürger am Ende des Jahres einen festen Betrag ausgezahlt bekommen – wie beispielsweise im kanadischen British Columbia – oder es könnte die Einkommensteuer entsprechend angepasst werden.

Fördert die Abgabe nicht indirekt die Atomkraft, weil hier kein CO2 ausgestoßen wird?

Edenhofer: Auch das ist nicht zu bestreiten. Ein CO2-Preis fördert die Atomenergie. Wir können als Europäer China und Indien auch nicht v