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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

Warum Menschen ihre Heimat verlassen

von Friedel Hütz-Adams vom 10.11.2017
Zum Beispiel in Ghana und in der Demokratischen Republik Kongo. Ergebnisse einer Studie von Südwind

Seit dem Jahr 2015 ist in der öffentlichen Wahrnehmung der Eindruck entstanden, dass alle MigrantInnen und Geflohenen weltweit nach Europa und insbesondere nach Deutschland kommen wollten. Plötzlich schien die ganze Welt in Bewegung gekommen zu sein. Doch dieser Eindruck täuscht. Weder migriert die ganze Welt, noch wollen alle Menschen, die migrieren, nach Europa oder Deutschland. Der größte Teil der Migrationsbewegung findet auf regionaler Ebene und häufig sogar innerhalb bestehender Grenzen statt.

SÜDWIND hat sich daher in einer aktuellen Studie mit zwei sehr unterschiedlichen Migrationsbewegungen beschäftigt: Zwar liegen die Demokratische Republik Kongo und Ghana beide im Tropengürtel Afrikas, doch könnten Motive und Ausprägungen von Migration in den beiden Ländern unterschiedlicher kaum sein.

In der Demokratischen Republik Kongo sind kriegerische Auseinandersetzungen und die Zerschlagung staatlicher Strukturen die Hauptantriebskraft für Migration. Nach der Unabhängigkeit 1960 wurde die erste Regierung des Kongo zum Spielball der Großmächte. Unter dem vom Westen gestützten Diktator Mobutu grassierten Misswirtschaft, Korruption und das Schüren ethnischer Konflikte zur Schwächung der Opposition.

Viele Menschen im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind seit Jahrzehnten immer wieder auf der Flucht. Ihr Leben ist von einem »Dazwischen« bestimmt: zwischen kriegerischen Auseinandersetzungen und vermeintlich ruhigen Momenten, zwischen Zelten, zwischen den Fronten. Ende des Jahres 2017 wurde die Zahl der Binnenflüchtlinge im Land auf 3,9 Millionen Menschen geschätzt.

Ganz anders die Lage im westafrikanischen Ghana: Dort zogen und ziehen Menschen aus dem trockenen, ärmeren Norden in die südlichen Gebiete, um Arbeit zu suchen, vor allem im Anbau von Kakao. Die Verhältnisse sind in den vergangenen beiden Jahrzehnten immer schwieriger geworden, da der Kakaopreis deutlich gefallen ist.

Zur Migration in den Kakaosektor kommt seit Jahrzehnten eine zunehmende Landflucht, vor allem von jungen Menschen. Viele von ihnen brechen in die beiden Großstädte des Landes, Accra und Kumasi, auf. Oft stehen sie vor dem Problem, in den mit Arbeitssuchenden überfüllten Städten überhaupt Beschäftigung zu finden. Die Beispiele von Ghana und der Demokratischen Republik Kongo zeigen die vielfältigen Facetten hinter dem Begriff »Migra

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