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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2019
Sind wir noch zu retten?
Was in der Klimakrise hoffen lässt
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Die Religion und der Klimawandel

von Anne Strotmann vom 28.10.2019
Angst vor dem Weltuntergang: Wie Glaubende von Hoffnung reden können, ohne zynisch oder panisch zu werden
Himmel und Erde werden vergehen.Wie apokalyptische Bilder der Bibel Hoffnung spenden können (shutterstock/Pavel Chagochkin)
Himmel und Erde werden vergehen.Wie apokalyptische Bilder der Bibel Hoffnung spenden können (shutterstock/Pavel Chagochkin)

Was, wenn wir aufhören würden, uns was vorzumachen? Diese Frage stellt sich der Schriftsteller Jonathan Franzen in seinem Essay »What if we stopped pretending?« im New Yorker. Der Kampf gegen den Klimawandel sei realistisch betrachtet aussichtslos. Seit dreißig Jahren ist der Ernst der Lage klar – geändert hat sich aber nicht viel. Das liege, so Franzen, an der menschlichen Natur, die lieber in der – noch relativ heilen – Gegenwart als in der bedrohlichen Zukunft lebt, die sowohl individuell wie kollektiv tödlich enden wird.

Um die Emissionen zu stoppen und die Erderwärmung vielleicht noch aufhalten zu können, bräuchte es die volle Unterstützung der breiten Weltbevölkerung. Diese müsste die Realität des Klimawandels akzeptieren und Vertrauen in die ergriffenen Maßnahmen haben. Für den westlichen Teil der Nordhalbkugel würde dies bedeuten: hohe Steuern, Einschränkungen des Lebensstils, Solidarität statt Nationalismus. Und das alles freiwillig und ohne Revolte. Denn Krieg verschärft die Krise. Selbst bei optimaler Motivation wäre die Zukunft ungewiss. Wie will man so einen Klimaleugner überzeugen? Zumal es sich in der Gegenwart noch recht gut leben lässt. Jonathan Franzen kommt daher zu dem ernüchternden Urteil: »Ich sehe nicht, dass sich die menschliche Natur in nächster Zeit fundamental ändern wird.«

Allerdings ist auch der Fortschrittsoptimismus verschwunden, und mit jeder Naturkatastrophe verringert sich der Alltagspragmatismus nach dem Motto: »Es wird schon irgendwie gut gehen«. Die Debatten in Politik, Religion und Kultur finden vor dem Hintergrund apokalyptischer Szenarien statt. Diese tragen dazu bei, Gegenwart und Zukunft neu auszuhandeln: Wie soll man sich in der Geg

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