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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

Gott lacht kräftig, auch über uns

von Thomas Seiterich vom 24.02.2017
Trotz aller Trübseligkeiten: Der Humor in den Kirchen kommt voran, sagt der Theologe und Kabarettist Fabian Vogt. Das ist ja mal eine gute Nachricht. Nicht nur zur Fassenacht
Es luthert, sogar in der Fassenacht: Pfarrer Fabian Vogt (links) und Physiker Martin Schultheiss im Kabarettprogramm »Luther bei die Fische«. (Foto: www.duocamillo.de)
Es luthert, sogar in der Fassenacht: Pfarrer Fabian Vogt (links) und Physiker Martin Schultheiss im Kabarettprogramm »Luther bei die Fische«. (Foto: www.duocamillo.de)

Publik-Forum: Herr Vogt, warum sind die Religionen oft so humorlos?

Fabian Vogt: Ganz einfach: Weil sie die Heiligkeit Gottes mit der gefühlten Heiligkeit ihrer Institution verwechseln. Die nehmen sich selbst zu wichtig.

Hat Ihr Gott Humor?

Vogt: Da wir im Reformationsjahr sind, antworte ich mit dem jungen Martin Luther: »Wenn Gott keinen Humor hätte, dann wollte ich auch nicht in den Himmel kommen.« Das sagte immerhin einer, dem es jahrzehntelang darum ging, den Himmel um jeden Preis zu erobern. Ich meine: Humor hat viel damit zu tun, dass man über den Dingen stehen kann. Und das trifft auf Gott sicherlich zu. In diesem Sinne nochmals Luther: »Wer immer und überall lachen kann, der ist ein wahrer Doktor der Theologie.«

Worüber lacht Gott?

Vogt: Von Platon haben wir gelernt, dass Humor etwas mit der Unterscheidung von Schein und Sein zu tun hat. Und wenn Gott vom Himmel zu uns herunterguckt und feststellt, was alles nicht so ist, wie es sein könnte, also wenig Sein und viel Schein, dann hat er doch ordentlich was zu lachen. Glaube ich jedenfalls.

Fastnacht, Karneval, Fasching - die fünfte Jahreszeit schied jahrhundertelang ernste Protestanten von närrischen Katholiken.

Vogt: Na ja, bei den Protestanten führte die Festlegung auf das Wort zu dem Irrtum, es müsse immer bierernst zugehen. Nebenbei: Genau das hat sie weit von Luther entfernt. Doch zum Glück sind die Protestanten in den letzten Jahrzehnten lockerer geworden, viele haben in puncto Fastnacht ökumenisch hinzugelernt. Da ha

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