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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2015
Mitten unter uns
Sklaverei ist längst nicht ausgestorben
Der Inhalt:

Ein Fest für die Seele

von Bettina Röder vom 28.04.2015
Jugendweihe, Firmung oder Konfirmation? Immer weniger Heranwachsende nehmen daran teil. Besonders in Ostdeutschland gibt es eine Abkehr von den Jugendfeiern. Seit einiger Zeit bieten die Kirchen jedoch neue Angebote. Ohne Verpflichtung. Ein Modell für die Zukunft?
Vorbereitung zur Segensfeier an der Evangelischen Sekundarschule in Haldensleben: Viele Schüler ziehen die Segensfeier der Konfirmation vor (Foto: Ev. Sekundarschule Haldensleben)
Vorbereitung zur Segensfeier an der Evangelischen Sekundarschule in Haldensleben: Viele Schüler ziehen die Segensfeier der Konfirmation vor (Foto: Ev. Sekundarschule Haldensleben)

Wie hältst du es mit der Religion? Diese Frage bewegt nicht erst seit Goethes »Faust« die Gemüter. Doch wer heute in der Saalestadt Halle die Menschen auf der Straße fragt, ob sie Christ oder Atheist sind, bekommt eine ganz andere Antwort: »Ich bin gar nichts. Ich bin ganz normal«, sagen sie dann. Neunzig Prozent fühlen sich keiner Religion mehr zugehörig. Die Situation in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sei, so der Religionswissenschaftler Andreas Finke, weltweit einmalig.

Doch als in dem Dorf Bernitt bei Schwerin die Glocken schwiegen, waren alle auf den Beinen. »So gut wie jeder der 500 Einwohner spendete Geld«, erinnert sich die 29-jährige Emilia Handke. »Alle wollten, dass die Glocken im Dorf wieder läuten.« Die blonde Frau wurde als Schülerin hier konfirmiert und gleichzeitig getauft. Der eine Elternteil war in der Kirche, der andere nicht. Beide, freischaffende Hörspielautoren in der DDR, hatten immer ein »freundliches bis engagiertes Verhältnis« zur Kirche, wie Emilia Handke betont. Sie studierte in Leipzig, Straßburg und Halle Theologie und Philosophie. Heute schreibt sie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ihre Promotion über religiöse Jugendfeiern zwischen Konfirmation und Jugendweihe. Im altehrwürdigen Festsaal der Franckeschen Stiftungen in Halle begrüßt sie die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Tagung, bei der es um dieses Thema geht.

Eingeladen zu dem so gut wie nicht erforschten Phänomen hat die Forschungsstelle Religiöse Kommunikations- und Lernprozesse an der Theologischen Fakultät der Saalestadt. Gekommen sind viele, die in der Praxis mit jungen Menschen

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