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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2020
»Die Zeit läuft uns weg«
Ein Gespräch mit Georg Bätzing
Der Inhalt:

»Die Zeit läuft uns weg«

von Alexander Schwabe, Britta Baas vom 27.05.2020
Die Ära kirchlicher Milieus ist vorbei. Aber was kommt jetzt? Ein Gespräch über den Reformschub in der Corona-Pandemie mit Georg Bätzing, dem neuen Vorsitzenden der katholischen Bischöfe in Deutschland
 Georg Bätzing, seit März Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, beim Gespräch in Limburg: »Wir leben in einer Zeit der Freiheit – und ich will auf keinen Fall dahinter zurück!« (Foto: Clemens Mann / © Bistum Limburg)
Georg Bätzing, seit März Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, beim Gespräch in Limburg: »Wir leben in einer Zeit der Freiheit – und ich will auf keinen Fall dahinter zurück!« (Foto: Clemens Mann / © Bistum Limburg)

Publik-Forum: Herr Bischof, Sie sind im März zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Wie soll Ihre Kirche in ein paar Jahren aussehen? Welche Vision haben Sie?

Georg Bätzing: Ich bin nicht der Typ für Visionen. Unser Auftrag als Kirche ist es, den Glauben daran unter die Menschen zu bringen, dass Jesus lebt, dass das Leben stärker ist als der Tod. Und dass Gott Menschen sammelt. Meine Aufgabe als Vorsitzender der Bischofskonferenz ist es, zu moderieren und zusammenzuführen, damit wir Bischöfe gemeinsame Beschlüsse und Entschlüsse fassen können.

Das ist schwer möglich ohne ein weitreichendes, gemeinsames Ziel.

Bätzing: Deshalb hat sich die katholische Kirche Anfang des Jahres auf einen synodalen Weg gemacht. Beim ersten Treffen in Frankfurt war die Forderung nach einer konkreten Vision vehement! Ich bin dankbar dafür, dass wir eine kraftvolle, lebendige Synodalversammlung hatten und hoffe, dass es so weitergeht. Es entstanden Bilder von der Zukunft der Kirche. Das fand ich großartig.

Also doch: Vision!

Bätzing: Ja, aber nicht meine persönliche Vision, sondern die einer ganzen Versammlung! Da haben Katholikinnen und Katholiken, die einen Querschnitt unserer Kirche abbilden, begonnen, sich untereinander zu vergewissern, was heute katholisch zu nennen ist. Wenn es darum geht, stehe ich ganz auf der Seite der Visionäre! Nur wenn Sie mich persönlich fragen, bin ich sehr zurückhaltend. In einer Zeit, die Autoritäten gegenüber skeptisch ist, gerade der Autorität der Kirche gegenüber Zweifel hegt – was kein Wunder ist nach dem Miss

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