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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2019
Abschied von Gandhi
150 Jahre nach seiner Geburt herrschen in Indien Gewalt und Fanatismus
Der Inhalt:

Das Tauziehen von Fulda

von Michael Schrom vom 01.10.2019
Die deutschen Bischöfe wissen, dass es so nicht weitergehen kann. Welche Optionen haben sie, um die katholische Kirche aus der Krise zu führen?
Verstehst Du, was ich meine? Kardinal Marx diskutiert mit einer Demonstrantin vor dem Dom (Foto: pa/Rumpenhorst)
Verstehst Du, was ich meine? Kardinal Marx diskutiert mit einer Demonstrantin vor dem Dom (Foto: pa/Rumpenhorst)

Es ist noch früh am Morgen, als die Glocken des Fuldaer Doms die Bischöfe zum Gottesdienst rufen. Begleitet von Orgel und Trompete, singen sie das Lied »Morgenglanz der Ewigkeit«. Dessen vierte Strophe lautet: »Christus, wenn der Himmel brennt / führ uns heim aus dem Gericht / in dein Licht.« Wer immer dieses Lied ausgesucht hat, einen treffenderen Kommentar zur Lage kann man sich kaum vorstellen. Zwar brennt der Himmel über Fulda nicht, wohl aber die Kirche in Deutschland. Beim Auftakt der Konferenz trommelten Frauen. Am Ende demonstrierte die Katholische Junge Gemeinde. Beide eint der Frust, dass ihre Kirche die gesellschaftlichen Standards von Gleichberechtigung, Partizipation und Transparenz ignoriert (vgl. Interview S. 28).

Spätestens seit der Veröffentlichung der erschütternden MHG-Studie über sexualisierte Gewalt durch Kleriker im vergangenen Jahr sind Bischofsvollversammlungen immer auch Gerichtsverhandlungen. Die Bischöfe sitzen auf der Anklagebank, teils, weil sie Mitvertuscher waren, teils stellvertretend für ein System, das den Nährboden dafür bereitet hat. Wissenschaftler haben bestätigt, was viele Gläubige ahnen: Der Missbrauchsskandal hat systemische Gründe. Diese liegen unter anderem in der katholischen Sexuallehre, der Machtarchitektur und in einem idealistisch-überhöhten Priesterbild. Der Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche ist immens, der Druck nach Veränderung auch. Deshalb wollen die Bischöfe darüber sprechen. Nicht nur im Zirkel ihrer Amtskollegen, nicht von oben herab, sondern möglichst in einer Atmosphäre der Offenheit, dialogisch in paritätisch besetzten Teams aus Klerikern und Laien. Weil das nicht Synode heißen darf (dann würde nämlich Rom die Re

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