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Publik-Forum, Heft 2/2020
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Worin Gottlose irren

von Norbert Copray vom 31.01.2020
Buch des Monats: Der britische Philosophieprofessor Tim Crane hat ein überaus spannendes Buch vorgelegt: Denn als erklärter Atheist zeigt er sprachlich und gedanklich brillant, warum Religion relevant ist.

Tim Crane
Die Bedeutung des Glaubens
Religion aus der Sicht eines Atheisten. Übersetzt von Eva Gilmer. Suhrkamp. 188 Seiten. 22 €

Selten schreibt ein erklärter Atheist ein Buch, das so fair, so verständnisvoll sowie sprachlich und gedanklich so qualifiziert die Relevanz von Religion für Gläubige und auch für Gesellschaften herausarbeitet, wie der britische Philosophieprofessor Tim Crane das mit dem Buch »Die Bedeutung des Glaubens« getan hat. Das in englischsprachigen Medien zu Recht hochgelobte Buch ist für Atheisten, Agnostiker und Gläubige gleichermaßen lesenswert. Sie alle lernen dadurch nicht nur etwas über sich und Religion, sondern auch etwas für eine angemessene Beschäftigung mit religiösem Glauben.

Crane zeigt mustergültig, »welche intellektuellen, ethischen und praktischen Einstellungen Atheisten gegenüber dem Phänomen Religion sowie gegenüber religiösen Menschen einnehmen sollten«. Damit opponiert er gegen die sogenannten Neuen Atheisten, den religiösen Atheismus und den aggressiven Atheismus etwa eines Richard Dawkins, Sam Harris und Christopher Hitchens, deren Thesen auch in Publik-Forum verhandelt worden sind.

Ihrer Ansicht nach beruhe Religion auf irrigen kosmologischen Überzeugungen und könne durch Wissenschaft und logische Argumentation überwunden werden. Dem widerspricht Crane vehement und stellt fest, dass diese Atheisten Religion nicht verstehen und »ihre Konzeption des religiösen Glaubens grundlegend falsch ist«. Und »weil es den Neuen Atheisten nicht gelingt, den Kern der Religion zu erkennen, sind sie unfähig, sich auf irgendeine sinnvolle Weise auf ihre Gegner einzulassen«.

Ein Verständnis von Religion sieht Crane als unerlässlich an, denn sie ist ein fundamentaler Teil der menschlichen Zivilisation. Immerhin sind von derzeit 7,7 Milliarden Menschen 6 Milliarden religiös orientiert, gebunden oder zugehörig. Insofern ist die Frage zentral: »Was ist Religion, und warum bewegt sie die Menschen?« Dabei geht es nicht um die Wahrheitsfrage, gleichwohl Crane Klärendes zum Verhältnis von Wahrheit und Rationalität beiträgt.

Für Crane ist Religion – und damit religiöser Glaube – »ein systematischer und praktischer Versuch, den Menschen unternehmen, um Sinn und Bedeutung in der Welt und ihren Platz in dieser zu finden, und zwar i

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