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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2020
Zukünfte gesucht!
Wohin sich Politik, Kirchen und Gesellschaft entwickeln werden
Der Inhalt:

»Es wird ein steiniger Weg werden«

vom 27.01.2020
Endlich! Fast ein halbes Jahrhundert nach der Würzburger Synode geht die katholische Kirche in Deutschland Reformen an. Wie viel Veränderung ist möglich? Stimmen zum Synodalen Weg
Ende Januar 2020 findet die erste Beratungsrunde in Frankfurt am Main statt: Hermann Häring, Lisa Kötter, Klaus Mertes, Max Pilger, Gesine Schwan, Johanna Rahner und Christian Weisner, sagen im Publik-Forum-Dossier, welche Chancen sie dem Synodalen Weg geben. (Grafiken: iStock by Getty/aaltazar)
Ende Januar 2020 findet die erste Beratungsrunde in Frankfurt am Main statt: Hermann Häring, Lisa Kötter, Klaus Mertes, Max Pilger, Gesine Schwan, Johanna Rahner und Christian Weisner, sagen im Publik-Forum-Dossier, welche Chancen sie dem Synodalen Weg geben. (Grafiken: iStock by Getty/aaltazar)

Johanna Rahner: »Wenn es selbst die Münsteraner Landfrauenbewegung jetzt zu Maria 2.0 drängt, dann scheint etwas passiert zu sein, und zwar in der Mitte unseres katholischen Urgesteins, das unsere Gemeinden im Augenblick noch trägt. Und spätestens jetzt müsste jedem klar sein: Wenn wir diese Frauen jetzt auch noch verlieren, können wir den Laden zumachen.«

Johanna Rahner, geboren 1962, Professorin für Ökumenische Theologie in Tübingen.

Klaus Mertes: »Ich wünsche mir vom Synodalen Weg einen mutigen Aufbruch. Mutig wäre es, wenn die Beteiligten falsche Alternativen – entweder Strukturreform oder Evangelisierung, entweder Treue zur Tradition oder Eingehen auf den Zeitgeist – hinter sich ließen. Mutig wäre es, wenn sie den Vorwurf der Spaltung auf sich nähmen, um an die Ursachen für die viel tieferen, wahrhaft anstößigen Spaltungen in der Kirche heranzugehen. Es sind jene Spaltungen, die durch Gewalt, Vertuschung, Ungerechtigkeit und Vertreibung so vieler Christgläubiger durch klerikalen Dünkel bewirkt werden. Mutig wäre es, Reformen nicht nur für Deutschland, sondern für die Weltkirche als Ganze vorzuschlagen und in Rom mit offenem Visier zu vertreten. Dann könnte ein Traum wahr werden: Einberufung eines Dritten Vatikanischen Konzils. Der Synodale Weg würde dann Teil einer größeren Geschichte. Das ist ihm zu wünschen!«

Klaus Mertes, geboren 1954, Jesuit, Kollegsdirektor in St. Blasien, Aufdecker des Missbrauchsskandals.

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