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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2015
Rettet das Singen
Über die Macht der eigenen Stimme
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Frieden geht anders

von Bettina Röder vom 04.06.2015
In gewalttätigen Konflikten setzt die Politik fast immer auf das Militär. Dabei zeigen deutsche Friedensarbeiter weltweit, wie nachhaltige Versöhnung wirklich gelingen kann
Die Peace Brigades International (PBI), eine von den Vereinten Nationen anerkannte Friedensorganisation, engagiert sich in Mexiko, wo Morde an der Tagesordnung sind (Foto: Peace Brigades International)
Die Peace Brigades International (PBI), eine von den Vereinten Nationen anerkannte Friedensorganisation, engagiert sich in Mexiko, wo Morde an der Tagesordnung sind (Foto: Peace Brigades International)

Heike Kammer hat einen Traum. Der handelt vom Puppentheater. Nicht hier, sondern im fernen Mexiko. Wo eigentlich alles unsicher ist, Menschen verschwinden und ein Drogenkrieg tiefe Wunden hinterlässt. Dorthin möchte sie bald zurückkehren und das tun, was sie seit Jahren getan hat: Entsandt vom Forum Ziviler Friedensdienst, hat sie vor Ort Theaterstücke gespielt, die befrieden. Gemeinsam mit Peace Brigades International (pbi), der von den Vereinten Nationen anerkannten Friedensorganisation, hat sie diese entwickelt. Die politisch Verantwortlichen in Mexiko versuchen dagegen, Menschen, die sich gegen sie erheben, gegeneinander auszuspielen, sie zu Feinden zu machen.

Der siebtgrößte Militäretat der Welt

Die gelernte Landwirtin und Trägerin des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar ist mit ihrem Puppentheater über die Dörfer gezogen. Schlicht, aber wirkungsvoll. Etwa mit zwei Hasen-Handpuppen, die sich bekriegen, während die Mäuse ihnen die Lebensgrundlage nehmen, alles wegfressen. Das hat nicht nur bei den kleinen Zuschauern viel ausgelöst. Die Menschen haben wieder miteinander gesprochen. Erkannt, dass andere, der Staat und Konzerne, profitieren, wenn sie sich die Köpfe einschlagen. Das klingt einfach. Aber gerade in der einfachen Botschaft liegt die Kraft.

Heute ist die 55-Jährige in die Französische Friedrichstadtkirche in Berlin gekommen. Erstmals haben die beiden Kirchen, die evangelische und katholische, gemeinsam dazu eingeladen, sogenannte Rückkehrer, Friedensfacharbeiter, Entwicklungshelfer zu würdigen. 150 sind gekommen. Heike Kammer flitzt mit ihren beiden Hasen-Puppen nach vor

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