Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

Die mit dem Drachen kämpft

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 28.06.2019
Laura Kövesi leitete in Bukarest die Anti-Korruptionsbehörde. Nun hat sie gute Chancen, neue europäische Chefanklägerin zu werden. Wer ist die Frau, die in ihrer Heimat Rumänien von einigen verehrt, von anderen gehasst wird?
Laura Kövesi: Die Juristin hat viele Korruptionsfälle in Rumänien aufgedeckt, nun tut die rumänische Regierung alles, um ihren Wechsel zur EU zu verhindern (Foto: DANIEL MIHAILESCU/AFP/Getty Images)
Laura Kövesi: Die Juristin hat viele Korruptionsfälle in Rumänien aufgedeckt, nun tut die rumänische Regierung alles, um ihren Wechsel zur EU zu verhindern (Foto: DANIEL MIHAILESCU/AFP/Getty Images)

Ankle Breaker heißt es im Basketball, wenn der Angreifer mit Ball den Verteidiger durch eine schnelle Bewegung ins Straucheln oder sogar zu Fall bringt. Laura Kövesi beherrscht diese Technik gut; in ihrer Jugend war die 1,83-Meter-Frau Profi-Basketballspielerin. Später hat sie als Leiterin der obersten Anti-Korruptionsbehörde in Rumänien viele Verteidiger ins Straucheln gebracht – Verteidiger der alten Tradition, nach der eine Hand die andere wäscht und Politiker ihren Verwandten, Freunden und Geschäftspartnern Jobs oder Geld zuschieben. Damit müsse Schluss sein, befand die Juristin – und sagte der Korruption den Kampf an. Zimperlich war sie dabei nicht: Zwei ehemalige Premierminister, zwei Vizepremiers, elf amtierende und ehemalige Minister, fünfzig Abgeordnete und etliche lokale Bürgermeister brachte sie vor Gericht. Selbst den Mann, der Kövesi zur Leiterin der Anti-Korruptionsbehörde DNA gemacht hatte, überführte die 46-Jährige.

Geboren wurde Laura Codruta Kövesi am 15. Mai 1973 in Sfântu Gheorghe, einer Kleinstadt im Osten Rumäniens. Benannt ist die nach dem Heiligen Georg, dem Drachentöter. Auch Kövesi ist für viele eine Art Drachenkämpferin, eine »stille, bescheidene Chefanklägerin«, die Köpfe zum Rollen bringe, wie es die britische Zeitung Guardian formulierte. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften machte sie schnell Karriere, wurde zur ersten weiblichen Generalstaatsanwältin des Landes und 2013 dann zur Leiterin der Korruptionsbekämpfungsbehörde.

Als kinderlose, geschiedene und karriereorientierte Frau ist Kövesi in Rumänien eine Ausnahme. Doch die orthodoxe Christin genießt in weiten Teilen der rumänischen Bevölkerung hohes Ansehen. Das liegt vor allem dara

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen