Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

Und täglich grüßt die Bürokratie

Wenn Flüchtlinge in Deutschland ein Unternehmen gründen, stoßen sie auf viele Hindernisse

Hanaa Al Wattar ist schon von Weitem zu sehen. Die ganz in weiß gekleidete Syrerin steht mit ihrem erwachsenen Sohn Tarek Kanaan vor der Flüchtlingsunterkunft in Berlin, in der die Familie lebt – knapp viertausend Kilometer von ihrer Heimatstadt Damaskus entfernt. Hier will die Biochemikerin Hanaa Al Wattar mit ihrem Sohn das Pharmaunternehmen wieder aufbauen, das einst in Syrien florierte.

Sie bitten die Journalistin in ihr kleines Appartement, servieren Tee. Dann erzählen sie von Al Wattar for Cosmetics, Herbal Industries Co., der Firma, die Hanaa Al Wattar in Syrien leitete und die Produkte wie Salben, Haarpflegemittel und Nahrungsergänzungsmittel verkaufte. Mehr als fünfzig Mitarbeiter habe sie gehabt, außerdem Tochterfirmen in Jordanien und dem Libanon. Die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, war wohlüberlegt: »Die deutschen Genehmigungen für die Nahrungsergänzungsmittel sind allgemein anerkannt. Wenn wir eine deutsche Zulassung haben, können wir auch nach Saudi-Arabien oder Dubai exportieren«, erklärt Tarek Kanaan.

Sie berichten von ihrem Unternehmen, das Kunden im gesamten arabischen Raum hatte und über die Rezepturen von mehr als fünfzig Präparaten verfügte. Die haben Mutter und Sohn inzwischen an die deutschen Bestimmungen angepasst, das Design für die Produkte ist fertig, Ausgangsstoffe (Pflanzen) sind bestellt, und der Markenschutzantrag ist gestellt. Was fehlt, um richtig durchstarten zu können, ist das Geld.

Während die Zahl neu gegründeter Unternehmen in Deutschland seit Jahren rückläufig ist, steigt die Zahl der Flüchtlinge unter den Gründern an. Das erklärt Maria Kiczka-Halit, Geschäftsführerin von LOK.a.Moti