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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

Die Kraft der Einmischung

von Ruth Renée Reif vom 03.02.2015
Die Übermacht der Wirtschaft wächst, das Land polarisiert sich, das zeigen die großen Pegida-Kundgebungen und die vielfachen Gegendemonstrationen. Die Schriftstellerin Daniela Dahn sieht eine tiefe Krise der Demokratie – aber auch viel Potential für friedliche Veränderungen. Ein Interview
Schriftstellerin Daniela Dahn hofft, dass der aktuelle Streit für und wider Pegida die Menschen politisiert und zu einer sachlichen Diskussion darüber führt, wie sich unsere Demokratie künftig entwickeln soll. Sie sieht sie durch die Dominanz der Wirtschaft bedroht (Foto: pa/Galuschka)
Schriftstellerin Daniela Dahn hofft, dass der aktuelle Streit für und wider Pegida die Menschen politisiert und zu einer sachlichen Diskussion darüber führt, wie sich unsere Demokratie künftig entwickeln soll. Sie sieht sie durch die Dominanz der Wirtschaft bedroht (Foto: pa/Galuschka)

Publik-Forum: Frau Dahn, Pegida – »Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes« – nennen sich jene, die auf der Straße sind und über Dresden hinaus für Aufregung sorgen. Mittlerweile formieren sich auch starke Gegendemonstrationen. Wie bewerten Sie all das?

Daniela Dahn: Zurzeit findet auf der Straße landesweit eine Polarisierung statt. Man überbietet sich in Abgrenzungserklärungen. Viele orientieren sich an einem Gut-Böse-Schema. Zweifellos ist es sehr beunruhigend, wie viel untergründige Fremdenfeindlichkeit und rassistische Vorurteile da hochkommen. Und wie Religion instrumentalisiert wird. Es ist schon bigott, wenn gegen Islamisierung Kreuze in den Himmel gereckt werden. Warum gerade jetzt, habe ich mich gefragt.

Mit welchem Schluss?

Dahn: Nach meiner Beobachtung hat sich Pegida nach den Medienberichten über den Islamischen Staat formiert. Die Bild-Zeitung wusste genau, dass diese Terroristen »geisteskrank« sind, »Blutbäder« anrichten. Am »Rückfall in die Barbarei« bestand unter Politikern kein Zweifel. Gleichzeitig hieß es, immer mehr dieser Leute kämen hierher. Es ist kein Entschuldigungs-, sondern ein Erklärungsversuch, wenn ich mir vorstelle, wie das in einer abgehängten Region wirkt, unter Menschen, die ein Selbstwertgefühl am ehesten im gemeinsamen Erschaffen von Sündenböcken finden können.

Gibt es einen Ausweg?

Dahn: Meine Hoffnung ist, dass dieses Pro und Contra zu einer Politisierung beider Seiten führt, zu einer sachlichen Diskussion, in der es um die eigentlic

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