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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

Klon-Burger auf dem Tisch

von Barbara Tambour vom 30.01.2015
Europa: Der Freihandel könnte zum Einfallstor für die Gentechnik in Lebensmitteln werden

Gehören Gen-Tomaten, geklontes Rindfleisch und Tacos aus gentechnisch verändertem Mais schon bald zum Sortiment europäischer Supermärkte? Wenn die Freihandelsabkommen mit Kanada (Ceta) und mit den USA (TTIP) unterzeichnet werden, könnte dies der Fall sein. Und Tomaten, Fleisch und Mais-Chips wären wohl kaum als gentechnisch verändert oder geklont zu erkennen. Denn freier Handel ist für viele unvereinbar mit einer Kennzeichnungspflicht. Der Freihandel wird zum Einfallstor für die Agro-Gentechnik in Europa.

Zu diesem Ergebnis kommt Christoph Then von Testbiotech, einem Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie. Er hat untersucht, welche Auswirkungen Ceta und TTIP auf die EU-Regelungen in der Landwirtschaft haben werden – im Auftrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Das Ergebnis: Nach der Unterzeichnung von Ceta und TTIP wäre es nicht möglich, die derzeitigen Standards in der EU zu bewahren.

Dabei hat die Bundesregierung mehr Transparenz hinsichtlich der Gentechnik im Essen versprochen. Laut Koalitionsvertrag von 2013 will sie auf europäischer Ebene für ein Verbot des Imports von geklonten Tieren und deren Fleisch eintreten. Produkte von Tieren, die mit genveränderten Pflanzen gefüttert wurden, sollen gekennzeichnet werden. Diese beiden Vorhaben, so Christoph Then, »ließen sich unter den Vorgaben von Ceta vermutlich nicht mehr umsetzen«. Um die Standards auch nur zu erhalten, hätten sie ausdrücklich aus dem Geltungsbereich des Ceta-Abkommens ausgenommen werden müssen. Doch das ist nicht geschehen. Die Standards sogar zu verbessern – undenkbar.

Wie aber kommt die Gentechnik durch den Freihandel auf die europäischen Teller?

Indem Vorschriften der EU zum Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel und zur Wahlfreiheit der Verbraucher, aufgehoben oder ihre Standards abgesenkt werden. Denn zwischen der EU und Kanada beziehungsweise den USA bestehen hinsichtlich der Gentechnik-Regulierung erhebliche Unterschiede: Während jenseits des Atlantiks Behörden über die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen entscheiden, ist es in der EU die Politik. In Kanada und in den USA können gentechnisch veränderte Pflanzen sogar ohne Zulassungsprüfung auf

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