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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2020
Beziehungskrise
Wie Masken, Abstand und digitale Kommunikation die Gesellschaft verändern
Der Inhalt:

Chinas Griff nach Afrika

von Lutz Mükke vom 03.09.2020
Peking läuft dem Westen in Afrika gerade den Rang ab. Durch eine geschickte Strategie wächst sein Einfluss – und seine Beliebtheit auf dem Kontinent. Doch auch die Abhängigkeit etlicher Staaten von China wächst.
Lorem ipsumChinas Präsident Xi Jinping besucht den Senegal (PA/AP Photo/Xaume Olleros)
Lorem ipsumChinas Präsident Xi Jinping besucht den Senegal (PA/AP Photo/Xaume Olleros)

Für Godwin Nogheghase Obaseki sind die Würfel gefallen: »Wissen Sie, vom chinesischen Anbieter bekommen wir zu sehr guten Konditionen alles aus einer Hand geliefert und das sehr schnell«, erklärt der Ministerpräsident des nigerianischen Bundesstaates Edo. Die China Harbour Engineering Company Limited sei sofort mit einem kompakten Team erfahrener Projektleiter, Planer, Geologen, Hoch- und Tiefbauer und allen notwendigen Spezialisten nach Benin City gekommen, günstiges Kreditangebot inklusive.

Es geht um den Bau eines neuen Tiefseehafens an der Atlantikküste südlich von Lagos. Die Europäer, so Obaseki, bräuchten für das Zusammenstellen eines entsprechenden Firmenkonsortiums ewig und wären auch preislich kaum in der Lage, mit dem Angebot der teilstaatlichen chinesischen Firma mitzuhalten. Was Obaseki, der vor seiner Politikkarriere im internationalen Finanzwesen arbeitete, da beschreibt, spiegelt die derzeitige Situation in vielen afrikanischen Ländern wider. Egal ob Nord-, Ost-, West- oder Südliches Afrika, chinesische Firmen machen allerorten das Rennen.

China konkurriert in Afrika mittlerweile bei Weitem nicht mehr nur um Rohstoffe und große Infrastrukturprojekte wie Häfen, Straßen, Stromtrassen, Eisenbahnstrecken oder Flughäfen. Chinas Aktivitäten in Afrika sind viel umfassender und tiefgreifender als das: Das Reich der Mitte hat sich auf den Weg gemacht, dem Westen und den ehemaligen Kolonialmächten in Afrika den Rang abzulaufen – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch, kulturell und in Anfängen auch militärisch. Und die Chancen stehen für China nicht schlecht, dass seine Strategien aufgehen. Wird die Weltmacht zur neuen Kolonialmacht?

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