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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2018
Geborgen und unbehaust
Was Religion über Heimat sagt
Der Inhalt:

Liebe heißt auf Jiddisch »Lib«

von Karin Finkenzeller vom 08.08.2018
Gabi und Uwe von Seltmann glauben fest an Bestimmung. Warum sonst sollten sich eine polnische Jüdin und der Enkel eines deutschen SS-Soldaten ineinander verlieben?
Über die Wahrheit reden: Das polnisch-deutsche Paar von Seltmann in der Kneipe, in der es sich kennenlernte. (Foto: Finkenzeller)
Über die Wahrheit reden: Das polnisch-deutsche Paar von Seltmann in der Kneipe, in der es sich kennenlernte. (Foto: Finkenzeller)

Fast alles ist wie damals. Das schummrige Licht, die Zapfhähne am Tresen, zwischen den schweren Holztischen die antiken Nähmaschinen, die der Kneipe ihren Namen gaben: Gabi und Uwe von Seltmann sind zurück im »Singer« an der Ulica Estery in Krakaus Viertel Kazimierz. Genau wie vor zwölf Jahren hat in den umliegenden Straßen das jüdische Kulturfestival begonnen, mit seinen Diskussionsabenden, Konzerten und Führungen durch Synagogen und Bethäuser. Mit voller Wucht kommt die Erinnerung zurück an jenen Sommerabend 2006, als die polnische Jüdin Gabriela Maciejowska und ihre Freunde im »Singer« mit dem Deutschen am Nebentisch ins Gespräch kommen.

Der druckst zuerst herum, will nicht herausrücken mit der Sprache, warum er Polnisch kann und Jiddisch und warum er in Krakau ist, und sagt es dann doch: Er hat ein Buch geschrieben über seinen Großvater

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