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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2018
Geborgen und unbehaust
Was Religion über Heimat sagt
Der Inhalt:

Vorgespräch: Warum das Gesicht verstecken?

Die Künstlerin Susanne Carl bietet Workshops zu Maskenbau und Maskenspiel an. Was steckt dahinter?

Publik-Forum: Frau Carl, Sie leiten Seminare, in denen Menschen sich ihre eigene Maske bauen können. Wozu ist das gut?

Susanne Carl: Von den Rückmeldungen der Teilnehmer weiß ich, dass es guttut, sich einmal mit etwas komplett anderem zu beschäftigen als sonst. Durch das Selbstgestalten einer Maske betätigen wir uns handwerklich und bildhauerisch. Durch das Spielen wird außerdem die eigene Körperwahrnehmung geschult. Denn wenn ich eine Maske aufsetze, verzichte ich auf eine wichtige Ausdrucksform, das Gesicht. In diesem Moment wird der Körper viel präsenter. Und da passiert etwas Interessantes: Wenn ich eine Maske aufsetze, verändert sich meine eigene Körperlichkeit. Der Körper hat eine eigene Sprache, er kann andere Dinge erzählen als der Geist.

Wie läuft so ein Workshop ab?

Carl: Die ersten Tage beginnen wir mit einem Körpertraining: keine Gymnastik, sondern Theaterspielen, Improvisationen. Dann gibt es Phasen des Inputs, aber auch viel Freiraum für individuelle Prozesse. Das Seminarhaus Deinsdorf ist ein bezaubernder Ort mitten im Grünen. Der ehemalige Stall dient uns als Werkstatt, die ausgebaute Scheune als Studio und Bewegungsraum. Der Tag ist gegliedert in Phasen der Bewegung und Phasen der Stille. Und nicht zu vergessen das gemeinsame Essen: Das ist sagenhaft gut und bio.

Müssen die Teilnehmer Ihrer Workshops bildhauerische Erfahrung haben?

Carl: Nein, es ist jede und jeder herzlich eingeladen. Das Know-how, wie die Masken aus Ton modelliert und dann aus Pappmaché gebaut werden, wie mit Farben umgegangen wird, das vermittele ich.