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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2016
Schenkt ihnen nicht eure Angst!
Wie rechte Populisten die Gesellschaft spalten
Der Inhalt:

Fußball: Das heilige Spiel

von Michael Schrom vom 24.06.2016
Wie Fußball die Welt verbindet, warum dieser Sport alle Skandale übersteht und wieso Männerbeine erotisch wirken. Ein Gespräch mit dem Sportphilosophen Gunter Gebauer
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Philosoph Gunter Gebauer: "Das Verbot der Hand sorgt für eine eigene Ästhetik und Dramatik." (Foto: pa/GES/Helge Prang)
Philosoph Gunter Gebauer: "Das Verbot der Hand sorgt für eine eigene Ästhetik und Dramatik." (Foto: pa/GES/Helge Prang)
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Publik-Forum: Herr Gebauer, Ihr jüngstes Buch über die »Philosophie des Fußballs« haben Sie »Ein Leben in 90 Minuten« genannt. Ist das nicht etwas hochgegriffen? Schließlich ist Fußball nur ein Spiel …

Gunter Gebauer: Nur ein Spiel? In die Welt der Spiele wird aufgenommen, was die Menschen am meisten interessiert, und zwar in der Verbindung der extremen Pole: also das Ideal, das in der Welt nicht zu finden ist, und der Schmutz der Existenz, wie etwa Gewalt, Zufall und Macht. Das Schöne und das Hässliche, das Edle und das Gemeine fließen in ein Spiel mit ein.

Warum gerade Fußball? Was macht ausgerechnet diesen Sport für so viele Menschen zum Spiel der Spiele?

Gebauer: Das Verbot der Hand sorgt für eine eigene Ästhetik und Dramatik. Alle Kulturtechniken und feineren Ausdrucksmöglichkeiten des Menschen sind wesentlich unter Mitwirkung der Hand entstanden. Wenn der Einsatz dieses geschickten Körperteils verboten ist, muss der ganze Körper umcodiert werden. Das ungeschickteste Körperteil, der Fuß, trifft auf die perfekteste Form, die es im Denken und im Kosmos gibt: auf die Kugel oder den Ball. Das setzt nicht nur individuelles Können voraus, sondern auch ein entwickeltes Mannschaftsspiel. Denn der Ball kann ja nicht besessen, also am Körper festgedrückt werden, sondern muss zwischen den Spielern zirkulieren. Die Komponente des Gemeinschaftlichen ist außerordentlich groß. Das wiederum ist vor allem für jene Gesellschaften faszinierend, die auf Kollektive setzen.

Funktioniert diese Faszination weltweit?

Gebauer: In Europa, Afrika, Südamerika und einigen

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