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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Doris Weber

Ich glaube fest daran, dass Journalisten einen Beitrag zum Frieden leisten, indem sie Augen und Ohren für die Not der Menschen öffnen

Seit Dezember 2012 bin ich Chefredakteurin der Publik-Forum »EXTRAs« . Sowohl die Arbeit am »EXTRA Thema« wie die am – zu diesem Zeitpunkt neu gegründeten – »EXTRA Leben« macht mir große Freude. Sie soll dazu beitragen, Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenswelten zusammenzuführen und im Dialog Fremdheit und Trennung zu überwinden. Ich glaube fest daran, dass Journalisten einen Beitrag zum Frieden leisten, indem sie Augen und Ohren für die Not der Menschen öffnen. Wir haben die Möglichkeit, unseren Lesern Geschichten zu erzählen, die sonst nirgends zu Schlagzeilen werden.

Gelernt habe ich meinen Beruf beim Badischen Tagblatt in Rastatt und Baden-Baden und später als Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau. Danach war ich viele Jahre freiberuflich tätig für Zeitung und Rundfunk. Meine Schwerpunkte in beiden Medien sind bis heute die Reportage, das Feature, soziale und ethische Fragen. In Frankfurt habe ich Sozialarbeit und Erwachsenenbildung studiert und später in Münster Philosophie und Angewandte Ethik. Von 1989 an war ich viele Jahre verantwortliche Redakteurin für das Publik-Forum-Journal und für das Jugendmagazin PROVO.

Eines meiner journalistischen Vorbilder ist der amerikanische Journalist Studs Terkel. Er gilt als »der Mann, der Amerika interviewte«. In zahlreichen Büchern veröffentliche er seine umfassenden Gespräche und Interviews. Entertainern, Politikern und anderen Berühmtheiten schenkte Studs Terkel stets wenig Aufmerksamkeit. Er war der Chronist, der das Leben der einfachen Menschen im Amerika des 20. Jahrhunderts dokumentierte, und dabei brachte er mehr Wahrheiten und Tatsachen über die politischen und sozialen Verhältnisse seines Landes ans Licht, als es jeder offizielle Zeitungsbericht vermochte. Man muss die Redaktionsstuben verlassen und zu den Menschen hingehen, ganz unten beginnt die Recherche – und dort finden wir die Wahrheit. Das war seine Devise.

Von Studs Terkel lernte ich, dass jeder Mensch eine Geschichte hat, seine Art zu arbeiten brachte mich auf die Idee, in Publik-Forum mit dem Projekt »Erzählt uns Eure Geschichte« zu beginnen – die Resonanz war überwältigend. Über 500 Menschen machten mit. Ihre Erzählungen füllen zwei Bücher. Es sind berührende Dokumente der Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit und Gemeinschaft über alle Grenzen hinweg. Sie formulieren einen journalistischen Auftrag, der gut zu meinen Projekten bei Publik-Forum passt.